Eigene Lyrik, Fotos und Bilder

Dieser Blog wird durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach archiviert.

Montag, Februar 08, 2010

Träumen



Von diesen Schuhen
träumen,
schwarz und eisenbeschlagen,
dass sie klacken auf glattem Pakett.

Von diesen Schuhen
träumen,
von diesem Feuer
und dieser Leidenschaft.

Von diesen Schuhen
träumen,
mit ihnen tanzen
voll Sehnsucht.

Von diesen Schuhen
träumen
und erwachen
voll Glück.

(c) Annette Gonserowski

Sonntag, Februar 07, 2010

Frühlingsahnen



Ich spür das Frühlingsahnen!
Klirrt noch Frost auf starren Zeigen,
müssen Gräser sich der Kälte neigen,
ziehen auch Stürme wilde Bahnen,

so spür ich's doch in mir ganz tief,
dass irgendwo in klarer Luft
ein ganz geheimer Frühlingsduft
heut schon seinen Namen rief.

Gibt noch Schnee der Erde Ruh,
trägt unter ihm die Wurzel Triebe
und Knospen die erstarrten Zweige,

es malt der Himmel immerzu
das pastellne Bild der Frühlingsliebe.
Komm, damit ich es Dir zeige.

(c) Annette Gonserowski
aus Zwischen den Sonnengängen

Weg


nächtliche Tierspuren auf unserer Auffahrt
*
*

Nicht rechts,
nicht links,
nicht hinter mir
führt dieser Weg.
Durch diese schwarze Nacht,
durch diese lärmende Stille,
durch diese erdrückende Leere,
durch diese schweren Gedanken
eilt mir mein Herzschlag voraus,
empfängt mich Dein Lächeln,
verstummen die Unken im Grund.

(c) Annette Gonserowski
aus Flamenca - Der unschuldige Duft des Jasmins

Samstag, Februar 06, 2010

Die Stare sind zurück


Meine absoluten Frühlingsboten sind zurück!
Heute Mittag waren sie da, meine zu Frühlingsboten auserkorenen Vögel.
Die Stare trafen an unserer Futterstelle ein.

!!! FREUDE !!!!

Zum Abriss des Traditionshauses Geburtsklinik Wernscheid




Das Haus,
das Heim so Vieler war,
bei ihrem ersten Atemzug,
ächzt in seinen letzten Stunden.

Dort, wo das Licht der Welt
in erste Blicke fiel,
grauen leere Fensterhöhlen.
Wo der erste Schrei erklang,
rufen heute schwarze Raben.
Die Tür, die Eintritt in das Leben war,
knarrt leis im Wind,
den Weg hinein versperrt ein Zaun.

Wo Schneeglöckchen
auch in diesem Jahr
auf den Frühling warten,
wartet auch ein Abrissbagger.


(c) Annette Gonserowski

Freitag, Februar 05, 2010

Alltäglichkeit


*
*
Wanderer waren wir.
Auf unberührtem Feld
einzig unsere Spur.
Den Blick den rosaroten Wolken zugewandt,
sahen wir nicht des wilden Tieres Weg,
hörten nicht des schwarzen Vogels Schrei.
Im Fall sahst Du in meinem Mund
des wilden Tieres Zahn,
sah ich in Deinen Augen
des schwarzen Vogels Blick.
Als aus der Ohnmacht wir erwachten,
beklagte leis ein Glöcklein
die Alltäglichkeit.

(c) Annette Gonserowski
aus: zwischen den Sonnengängen

Donnerstag, Februar 04, 2010

Der kristallene Vorhang






*
*
Unruhe
*
Nichts nützt der weiße Schnee,
nichts nützt des Himmels Blau:
ich bin ein Maler ohne Pinsel!
Bin voller Worte,
doch ohne Sprache,
steh neben mir
und find mich nicht.
In der Ruhe
macht sich meine Hektik breit.
*
(c) Annette Gonserowski
aus: Aufatmen, 1982

Mittwoch, Februar 03, 2010

Unzähliges Einzel


*
Tanne in der Nähe unserer Freunde
*
Eine Schneeflocke
mit anderen Schneeflocken
aus dem Grau des verhangenen Himmels
getreten,
auf dem Weg zu dem Grau der Erde.
Kurz nur ist die Rast
auf den Zweigem.
Vom Windhauch aufgestöbert,
herumgewirbelt,
wird sie zur Erde geschwebt,
um in das Weiß der unzähligen Schneeflocken
zu versinken,
zu verschmelzen.
unauffindbar zu werden.
Erst wenn ein Sonnenstrahl sie streift,
sieht man ihr diamantengleiches Strahlen.

(c) Annette Gonserowski
1982

Dienstag, Februar 02, 2010

Winternacht




Hell ist das Dunkel
der Winternacht:
weiß von dem Schnee,
erhellt von den Sternen
in kaltklarer Luft.

Leis ist das Leben
der Winternacht:
lautlose Flocken gleiten zur Erde,
Spuren nur erzählen vom Leben,
Tiere schweigen unter schützenden Zweigen.

Sanft ist die Zartheit
der Winternacht:
Schneehauben verwischen die harten Konturen,
weiß werden Bäume und Häuser zur Einheit.

Alleinsein
bedeutet die Winternacht:
ohne Spuren der Weg
zum dunklen Haus.
Schneebedeckte Tannen bewachen das Tor.

Wehmut ist die Trauer
der Winternacht:
die Hektik des Tages weicht der Ruhe der Nacht.
Die Gedanken entfalten sich
in der endlosen Zeit.

Voller Liebe
ist die Winternacht:
einsame Stille tröstet zitternde Herzen,
Schnee bedeckt die Schmerzen des Sommers.

(c) Annette Gonserowski
1982: aus meinem ersten Buch: Aufatmen

Montag, Februar 01, 2010

Winterimpressionen






Winter im Sauerland

Samstag, Januar 30, 2010

Schnee




Um unser Haus herum

Zum Geburtstag


(c) Claudia Ackermann

*
*
An Dich
denken,
an diesem Tag.

An Dich denken
mit all unseren
geschriebenen Worten.

Sie sind vergangen,
die Tinte verwittert,
die Gefühle verweht.

Einzig
Dein Name
in meinem Herzen.

Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag.

Annette

Freitag, Januar 29, 2010

Synonyme







Worte II


Meine Gedanken -
bewahrte,
unausgesprochene,
freie
Worte,
die kein Seufzen
atmet,
kein Stöhnen
beklagt,
kein Lachen
befreit,
kein Schrei zerreißt,
die Tat werden,
manchmal,
lautlos.

(c) Annette Gonserowski

Donnerstag, Januar 28, 2010

Worte


Die Worte
an den Himmel werfen,
bunte,
leichte,
ungesagte
Worte,
auf dass sie
Flügel
bekommen
und fliegen,
mit denen auch ich
leicht
werde und
frei.

(c) Annette Gonserowski

Mittwoch, Januar 27, 2010

Abenstimmung





- Lesende: meine Freundin -

Mein Arbeitsweg am Morgen







In die blaue Stunde hinein
erwacht
schwarz-weiß
der Morgen.
Jetzt
an die Farben
unter dem Schnee
glauben
und an das Leben.
Aus dem Schweigen
die Worte
sammeln.
*
(c) Annette Gonserowski

Montag, Januar 25, 2010

Vor meinem Fenster


jetzt.......

gestern morgen

gestern Abend

heute morgen

heute morgen etwas später

heute Abend

heute Abend



Das ist Geborgenheit:

das fahle Licht,
der Flockenflug,
die Einsamkeit.

Das ist, wie es vor Ewigkeiten war.

Jede Flocke
flicht Erinnerungen
in das Haar.

(c) Annette Gonserowski

Sonntag, Januar 24, 2010

Verborgen


(c) Marek Tomicki, Halver

Verborgen sein
in Worten
und geborgen.
Geschützt,
beschützt
das Verletzliche.
In Metaphern
Ruf und Herzschlag.
Entblößt
durch den fremden Neid.

(c) Annette Gonserowski

Samstag, Januar 23, 2010

Das Meer


Das Meer,
ein wütender Schlund,
weit aufgerissen,
rasend,
droht
Häuser und Mensch
zu verschlingen.

Ich,
winzig am Ufer,
eile fort,
schlotternd vor Angst.

(c) Annette Gonserowski

Donnerstag, Januar 21, 2010

Postkartenaktion




Gemeinsam mit meiner Freundin, der Malerin Claudia Ackermann, nahm ich an einem Wettbewerb teil, bei dem eine Postkarte schwarz-weiß gestaltet werden mußte, basierend auf das Wortbestandteil "inter". Mehr als 1000 Postkarten wurde eingeschickt. Unsere Beiträge hatten den Erfolg, in der soebenen Publikation "Kiosko de Levanto 2009/2010" aufgenommen zu werden. Keine Selbstverständlichkeit bei sovielen Einsendungen. Dass unsere Beiträge auf gleichen Seiten erschienen, ist besonders schön.
Mehr darüber auf dem Blog von Claudias Blog: http://claudiaackermann.blogspot.com/

Mittwoch, Januar 20, 2010

Geburt eines Gedichtes


Dienstag, Januar 19, 2010

Hinter den Meeren


Vor kurzem fand ich ein altes Notizbuch. Es ist mehr als 40 Jahre alt. Darin hatte ich meine ersten Gedichte geschrieben. Zwischen dem Gedichteschreiben in meiner Kinderzeit lagen damals einige Jahre. Aber bis dass das Schreiben von Lyrik zur Passion wurde, sollte noch ein Jahrzehnt vergehen.


Weit hinter vielen Meeren
liegen meine liebsten Träume.
Angst, dass ich sie versäume.
wollte mich schon oft verzehren.

Dort, wohin die Wolken ziehen,
können alle glücklich werden.
Worte bringen nur Beschwerden,
in mein liebstes Glück zu ziehen.

Wie der von gerne glänzende Stern
kommen Traum und Glück zu mir.
Du, den ich sah, ich danke dir,
gibst all das, was mir sonst fern.

Noch ganz nah an meinem Herzen
fühl ich, was ich erträumt,
Glück, das in mir überschäumt,
ist hell, wie viele tausend Kerzen.

(c) Annette Gonserowski
ca. 1968

Sonntag, Januar 17, 2010

Winterimpressionen







Bilder des gestrigen Spaziergangs

Winter in der Lorrain


In der Lorrain

Auf dem Friedhof
inmitten des weißen Feldes,
fernab des Lebens,
schweigt
auf verlassenen Gräbern
die Liebe
in ziehende Nebenschwaden.
Nur die Vögel,
die sehnsuchtsvollen,
harren,
die Hoffnung
unter dem plustrigen Gefieder,
auf vereistem Ast.

(c) Annette Gonserowski

Dieses Gedicht schrieb ich 2002, als ich den Friedhof auf der Rückreise von Spanien entdeckte.
Danach sind auf den Reisen die nachstehenden Gedichte entstanden.
In diesem Jahr gelang mir dieses flüchtige Foto.
*
*
Voll Erwartung sein
*
Voll Erwartung sein
am Beginn der wiederkehrenden Reise:
auf den Blick
nach Erreichen der Kuppe,
auf die Kirche
auf dem Hügel,
den Friedhof
fernab des Ortes,
auf die Brücke
im Zauber der Nacht,
das Gutshaus
am Ende der Allee.
Dies und noch mehr finden:
Schwäne
auf dem eilenden Fluß,
südlicher die Bäume voll Blüten.
Dies und noch mehr sehen
und voll Erwartung sein,
während der Reise.
*
*
Absenz
*
Dieser kleine Friedhof
fernab des Dorfes
inmitten stiller Felder,
umfriedet von Mauern,
an denen Apfelbäume blühen,
Träume Ruhe fanden
unter treibenden Wolken.
Hier weile auch ich
für den Augenblick
zwischen LKW und LKW
bei der Vorbeifahrt.
(c) Annette Gonserowski

Kiersper Woeste im Schnee



Samstag, Januar 16, 2010

Unterwegs


Auf der Reise nach Spanien in der Lorrain
*

Festhalten
die Bilder,
schneebedeckt,
die Vögel,
schwarz gegen das Weiß,
festhalten
die Kälte
über dem Feld.
Diese Bilder
festhalten
und die Gedanken,
die rieseln
mit Eiskristallen
auf diesem Weg.

(c) Annette Gonserowski

Mittwoch, Januar 13, 2010

Wo




Wo
sind die Worte geblieben,
für die Weite des Landes,
den endlichen Himmel
im Dunst,
für das Schlummern des Feldes,
das Schweigen über dem Schnee?
Sind sie darunter,
erwachen zum Leben?

(c) Annette Gonserowski

Donnerstag, Januar 07, 2010

Ankommen







Ankommen
bei sinkender Sonne,
unter dem Himmel,
der Wolken trägt.

Ankommen
nach dem Treiben des Marktes,
den Liedern
auf Straßen, in Kneipen,
nach Worten
in fremden Sprachen.

Ankommen
in der Stille des Gartens,
schweigen
in der vertrauten Sprache.

(c) Annette Gonserowski

Montag, Januar 04, 2010

Nachtregen


Mündung des Rio Girona ins Meer
*
Der Regen,
der auf das Dach prasselte,
die Palmen ächzen,
mich erwachen ließ,
schwemmte die Gedanken
ins Meer,
die voller Nachtschwarz waren
und schwer.
Der Tag erwachte.

(c) Annette Gonserowski

Freitag, Januar 01, 2010

Ein gutes neues Jahr 2010 - Prospero Ano nuevo!


Grafitti
*
Ich wünsche allen meinen Freundinnen und Freunden, allen Lesern meines Blogs




ein gutes neues Jahr 2010.




Gleichzeitig danke ich für die Freundschaft und all das, was Ihr mir bedeutet!






Lieber Gruß


Eure Annette

Neujahr


*

Wind auf den Wellen,
Wind hin zum Berg.
Berge wie Wellen
vergangener Zeit.

Jahre wie Wellen,
Höhen und Tiefen,
Glücklich- und Traurigsein.
Wieder verging ein Jahr.

Wir in dem Wind,
wir in der Zeit.
Wir wie Treibholz,
geworfen an Land.

(c) Annette Gonserowski

Mittwoch, Dezember 30, 2009

Anderswo




Du bist mein Anderswo,
nicht nah,
nicht fern,
nicht zu benennen.
Du bist das Anderswo,
wo hin ich meine Worte sende,
sie wurzeln,
Bleibe finden.

(c) Annette Gonserowski

Montag, Dezember 28, 2009

Worte einer Dichterfreundin


Grafitti

Heute möchte ich ein Gedicht veröffentlichen, dass meine Dichterfreundin Edith Maria Bürger nach dem Lesen meines neuen Buches "Geliebte Freundin Sehnsucht" schrieb und mir schenkte.

Ich freue mich sehr darüber:

Gefühle

Ich las die Seiten leer
saugte auf die Sehnsucht
mit jeder Faser meines Herzens.
Wurde berührt
wurde von Traurigkeit erfüllt
war den Tränen nah
bis sich mein Herz öffnete
mir mein Spiegelbild zeigte
in dem ich lächelte
und verstand:
Ich bin nicht allein auf dieser Welt
mit meiner Sehnsucht...

(c) Edith Maria Bürger
http://home.arcor.de/edithmariabuerger/

Sonntag, Dezember 27, 2009

Was tun?


Geschenkband
*

Schreiben?
Oder Lesen?

Oder den Gedanken
ihren Lauf lassen?
Etwas "Sinnvolles" tun,
in dieser Zeit,
die unaufhaltsam zerrinnt,
während ich mich,
nicht entscheide,
das Buch betrachte,
zum Stift greife
und die Gedanken
schwanken.

(c) Annette Gonserowski

Samstag, Dezember 26, 2009

In der Stille

Version 2

Glücklichsein

Ist es Glücklichsein,
das letzte Licht
durch diue Zweige,
der Glockenklang
herüber vom Dorf,
in der Stille
Dein Atem nah.
Ist es Glücklichsein
oder ein Bild
in mir?

(c) Annette Gonserowski

In der Stille


Version 1

Hörst Du den Glockenschlag,
den der Wind herüberweht?
Siehst Du das letzte Licht?
Es spiegelt sich
in Deinen Augen.
Lauschst Du der Stille,
die uns sanft umhüllt?
Oder nennst Du sie
sprachloses Schweigen?

(c) Annette Gonserowski

Freitag, Dezember 25, 2009

Geschenk

Heute möchte ich ein Gedicht veröffentlichen, das unser Freund Christophe uns zu Weihnachten schenkte: Wir haben uns sehr darüber gefreut,

Offener Kreis

Wenn der Kreis sich schließt,
die Seelen sich finden,
verschmelzen,
ohne ihre Identität zu verlieren
*
Wenn der Kreis sich schließt,
als Bereicherung der Gespräche,
Lachen,
Austausch ohne Herrschaft
*
Wenn der Kreis sich schließt,
als Selbstverständlichkeit
der Seelenverwandschaft
*
Zeichen wahrer Freundschaft.

(c) Christophe Bossu

Danke lieber Christophe für das schönste Geschenk: Deine Freundschaft


*

Geschenk

Danke liebe Claudia für das symbolische Freundschaftsherz!


Dies ist ein Freundschaftsstern: zwei Sterne, die Geschenken zweier Freundinnen beigefügt waren und die zusammengefügt diesen Stern ergeben. Danke Ihr Lieben

*!


Donnerstag, Dezember 24, 2009

Frohe Weihnachten

Meinen Weihnachtswünschen möchte ich eine kleine Begebenheit hinzufügen, die mich heute sehr berührt hat:

Kurz bevor wir uns zum Weihnachtsessen setzten, haben mein Mann und ich von der Terrasse aus dem Sonnenuntergang zugeschaut. Es war eine zauberhafte Atmosphäre voller Stille, Zufriedenheit und Glücklichsein. Die Glocken klangen von der alten Kirche des Dörfchens zu uns hin, kleine sonnenbeschienene Wölkchen segelten am Abendhimmel. Da kam unser kleines Hundemädchen Gipsy zu uns, schmiegte sich abwechselnd an meinen Mann und mich und schmuste. Dann sprang sie um uns herum, wie sie es immer macht, wenn sie überschwänglich glücklich ist. Es war ein berührender Moment, da Gipsy uns zeigte, dass sie ebenso glücklich war, wie wir und dass sie sich freut, bei uns zu sein. Und das in genau dem Moment, wo mein Mann und ich es uns sagten, dass wir glücklich sind.

Es war kein Zufall.

Wir wünschen allen unseren Freunden ein frohes, glückliches Weihnachtsfest!

Frohe Weihnachten

unsere Margareten-Kirche



Ich wünsche allen Lesern meines Blogs,


allen meinen Freunden und Verwandten,


von ganzem Herzen


ein frohes Weihnachtsfest!




Eure Annette


Samstag, Dezember 19, 2009

Advent


Auch ich
komm aus dem Winterwald,
habe dort
kein Christkind gesehen.
Doch
die erstarrten Zweige
trugen Knopsen,
über vereiste Gräser
stolperten meine Gedanken.
Dem pastellnen Himmel,
der sie auffing,
ließen sie
ein wenig
Schwere zurück.

(c) Annette Gonserowski

Freitag, Dezember 18, 2009

Zum Klimagipfel




Muttererde

Die Erde,
die überdauernde,
deren Haut zerspringt
unter unseren Fehlern,
über die von uns verursachte
Orkane toben,
hohe Wellen
an ihren Felsen zerbersten.


Die Erde,
die überdauernde,
die uns Heimat ist,
die wir schinden
in unserer Zeit.
Die Erde,
die überdauernde,
zu deren Staub wir werden.

(c) Annette Gonserowski

Donnerstag, Dezember 17, 2009

Zitat

Ich zitiere:

Die Verwendung von Anglizismen ist kein Zeichen für Internationalität und hohe Bildung, sondern genau das Gegenteil. "Nur provinzielle, ungebildete Deutsche verwenden häufig Fremdwörter, weil sie die internationale Bedeutung ihrer eigenen Sprache nicht kennen und einen kleinen Wortschatz haben."

Charles Antoine Djokouéhi (Präsident des Deutschlehrerverbandes der Elfenbeinküste).

Dienstag, Dezember 15, 2009

Spiegelbilder


*
Eigentlich
kein Tag zum Fröhlichsein,
kein Tag voll Sonnenschein,
ein Tag voller Wolken.
Doch
heute kam ein Brief von Dir,
zwischen den Zeilen
sandtest Du mir
Spiegelbilder
meiner Träume.

(c) Annette Gonserowski
aus Freund Gedicht 1989

Montag, Dezember 14, 2009

Reisegeschenke


*

Ich schenke Dir
die Festung
rechts von unserem Weg,
den Wellenschlag
beim letzten Blick auf's Meer,
die flachen Nebel,
die über dem Wasser ziehen,
den letzten Sonnenstrahl,
bevor er hinter'm Berg versinkt.

Ich schenk Dir auch
des Abends ersten Stern,
den letzten Glockenschlag,
bevor das Jahr sich neigt,
den Vogelruf
im fahlen Morgenlicht
und den Gedanken,
der beim Erwachen mich durchstreift.

(c) Annette Gonserowski

Samstag, Dezember 12, 2009

Muttererde


3. Advent
*

Die Erde,
die dauernde,
die mich beherbergt
für eine Zeit,
die meine Gedanken bewahrt
unter der harten Scholle,
die mit mir zu Staub werden
oder frei in den Sphären.

(c) Annette Gonserowski

Freitag, Dezember 11, 2009

In Deiner Nähe


Du lässt mich erden,
ruhig sein
in Deiner Nähe.
Wie ein Baum
Wurzeln in die Erde senkt,
voll Vertrauen wächst,
streck ich mich aus
in Deiner Ruhe,
weit und wach.
Worte kommen,
klar und mild.
Lachen,
lang verschüttet
breitet sich zaghaft aus.

(c) Annette Gonserowski

Donnerstag, Dezember 10, 2009

Dir nah

Auf dem Marktplatz,
unter dem Lichterbogen,
inmitten der eilenden Menge,
allein.

Am Horizont,
unter treibenden Wolken,
inmitten schwarzdunkler Tannen,
Dir nah.

(c) Annette Gonserowski
aus: Liebe Mutti

Montag, Dezember 07, 2009

Kostbar


für Christophe

Unsere Zeit ist begrenzt,
unsere Zeit ist kostbar,
Dinge werden köstlich
durch die Zeit.
Wir bereiten sie uns,
voller Freude,
voll Schmerz
im Zerrinnen:
ein Gedicht,
eine Süßigkeit.
Wir kosten sie aus,
diese kostbaren Dinge,
lassen sie auf der Zunge zergehen.

(c) Annette Gonserowski