Eigene Lyrik, Fotos und Bilder




Dieser Blog wird durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach archiviert.








9. August 2017

Mémoire


 

Wolke wie eine weiße Friedenstaube
 

Ich höre das Lied,
ich denk an Dich
und den Moment
vor vielen Jahren.

Mein Herz –
es springt,
ich lächele,
seh meine Gänsehaut. 

Ich hör das Lied,
ich denk an Dich
und nicht,
was wäre wenn. 

Ich höre das Lied
und weiß:
es war –
und weiß:
alles ist gut.

(c) Annette Gonserowski

7. August 2017

Von der Liebe und dem Vermissen



Sie war ein Hund,
du musst nicht traurig sein -

ich könnte schrei'n.

Die Zeit mit Dir,
mein Airedalemädchen,
war die Freiheit
auf den stillen Wegen,
war Vertrauen,
war die Sprache
ohne viele Worte,
war mein Lachen,
war die Nähe
ohne einzuengen,
war Berührung,
war Dein Blick
der tausend Worte sprach,
war unsere Freude,
war Spiel und Spaß
wie in der Kinderzeit,
war Liebe
und war Zärtlichkeit.

Die Zeit ohne Dich
ist das Vermissen.

(c) Annette Gonserowski

13. Juli 2017

Tanzen im Regen




Regentropfen am Fenster,
Regentreiben über dem Feld,
Regenschwaden über dem Wald.

Jetzt
die schützende Hülle verlassen,
das Haus.

Treiben
mit Regen und Wind
über das Land.

Die trockene Haut,
der träge Geist.
saugen das netzende Nass.

Erwachen,
selbst Tropfen sein,
frei aus den Wolken.

Tanzen im Regen.



(c) Annette Gonserowski

8. Juli 2017

Anthologie "Schön hier"


 

 
In dieser Anthologie westfälischer Autoren bin ich vertreten.
Ich freue mich, meine Lieblingsorte vorstellen zu können.

15. Juni 2017

Literatur am Haus




Banner mit meinen Gedichten, die ich bei verschiedenen Ausstellungen zeigte, haben nun ihren (vorübergehenden) Platz an unserem Hauseingang und unserer Terrasse gefunden.

11. Juni 2017

Überraschung




Meine Freundin, die Malerin Claudia Ackermann,  überraschte mich mit der Gestaltung eines meiner Gedichte in Brush-Lettering. Danke, liebe Claudi, die Überraschung ist Dir gelungen. Ich freue mich sehr!

10. Juni 2017

Nacht



Die Vogeleltern holen Nahrung aus den Meisensäckchen und füttern ihre Jungen.


Die heutige Begegnung mit einer Vogel-Liebhaberin war wunderschön. Danke dafür!
Bestärkt in der Ganzjahresfütterung *unserer* Vögel möchte ich hier als kleinen Dank ein älteres Gedicht veröffentlichen, das von den Vögeln, die um unser Haus herum leben, handelt:


Nacht

Bleiben,

unter der alten Kirsche,
bis das Abendrot versinkt.
Verschmelzen mit der Nacht,
in der die dunkle Traurigkeit
unsichtbar wird.


Der Nacht vertrauen,
in der die Vögel
Zuflucht suchen
in der hohen Tuja.


Ihrem leisen Zwitschern lauschen,
das die Worte nennt,
die ich vergaß.

Zwischen ihrem Gefieder
schlafen,
getröstet zur Nacht.


(c) Annette Gonserowski

30. Mai 2017

... es waren die Orte der Stille...


Nicht der Gang
durch die hallenden Räume der Schlösser,
nicht der Prunk,
nicht der Blick auf Statuen, Orden und Bildnisse,
nicht die lauten Worte,
die allseitig mich umfluteten,
bedeuteten für mich diese Reise -
es waren die Orte der Stille:
das Glitzern der ersten Sonnenstrahlen
durch Büsche und Baumwipfel hindurch
auf das leise fließende Wasser,
der zarte Duft des Rhododendron
im Schatten des Kirchturms,
der Hahn,
der zu träumender Zeit
sein Erwachen in die noch schlafende Welt rief,
die Weite des Landes bis zum fernen Horizont,
die uralten Bäume,
die verlässlich den Jahrhunderten standhielten.
Vielleicht war es auch die Junge,
die zwischen Orden, Gemälden und Schautafeln
gesternreich durch die Vergangenheit führte,
erfrischend im Jetzt.

Auf jeden Fall warst es Du,
Freundin,
an meiner Seite,
mit der ich lachte,
vertraut und nah.

(für Marita)

(c) Annette Gonserowski

24. Mai 2017

Mein Gedicht in "Lyrische Saiten"



In die Ausgabe Nr. 66 März 2017 "Auslese - Lyrische Saiten" wurde mein Gedicht "Sonnenträume" aufgenommen.
Diese Publikation erscheint halbjährig ab 2007 in der Editon Wendepunkt, Herausgeberin: Betti Fichtl.
ISBN 978-3-935841-07-8


Sonnenträume 

Die Sonne schien
durch das Blattwerk,
da träumte ich
Kirschen an die Zweige,
da träumte ich
Kirschen an Deinen Mund,
da träumte ich Träume,
da träumte ich Erwachen,
da vergrub ich den Kirschkern
im Erdreich.
 
(c) Annette Gonserowski

3. Mai 2017

Wanderstein







Neben meiner Mitnahmekunst/Mitnahmetexten habe ich einen Wanderstein kreiert.
Es ist ein Stein, den ich an der Costa Blanca fand. Einst meerumspült trat er gestern seine Reise nach Norddeutschland an, wo er auf einer Parkbank seinen vorläufigen Platz finden wird. Dort soll ihn ein betrachtender, für eine Rast Verweilender aufnehmen, mitnehmen und an einem anderen Ort ablegen. So soll er, wenn meinem Wunsch entsprochen wird, auf Wanderung sein.



1. Mai 2017

Rezension


 
Rezension des Buches
„INDIEN von innen intensiv 

Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn ein Autor morgens mit einem Wort erwacht, das er zunächst nicht zuordnen kann, das ihn sich aber auf den Weg in ein fernes Land machen lässt.

Das ist die wahre Geschichte, die dem Buch vorausgeht.

Und wirklich: Rainer Thielmann machte sich auf diesen Weg nach Indien, in  den Bundesstaat Gujarat, Mahatma Gandhis Heimat und Wirkstätte, der dort  im “Sarbamati Ashram“ lebte. Von dort brach er 1930 zu seinem legendären Salzmarsch an die Küste auf.

“Indien von innen intensiv”, so lautet der Titel des Buches, das bei dieser Reise entstand.

In der Tat: es ist ein intensives Buch. Ein wunderbares Buch. Es steckt voller herrlicher, farbenfroher Fotos und erzählenden Gedichten.  Dies Buch zeigt Indien in allen Facetten. Einerseits Reisebericht, auch Meditationsreise zu sich selbst und für den geneigten Leser eine Aufforderung zur eigenen Reise nach innen.

Zunächst ist es eine Herausforderung zu entscheiden: zuerst die großartigen Fotos anzuschauen, oder aber zuerst die Gedichte zu lesen. Ich habe zuerst die Gedichte gelesen und danach die zugeordneten Fotos angeschaut, die die Magie der Gedichte trefflich unterstreichen.

Rainer Thielmann ist ein sehr genauer Beobachter, der ebenso die Schönheit des Landes einfängt, wie Alltagssituationen in den Städten Indiens. Immer wieder sind es Menschen, die in den Focus der Kamera blicken: spielende Kinder, arbeitende Männer und Frauen, Meditierende, Liebende.

Es sind die Begegnungen, die den Autor zum Stift und Kamera greifen lassen, um davon zu berichten. „Wer lächelt, kriegt Besuch./Ein Glück von den Lippen zu lesen“, heißt eine Zeile eines Gedichtes. Thielmann liest nicht nur von den Lippen die unbekannte Sprache, er schaut den Menschen ins Herz. Nur so können die herrlichen Fotos entstanden sein, die sehr genaue Geschichten erzählen, aber niemals Land und Menschen entblößen.

Wir finden aber auch Gebäude voller Prunk und Schönheit in dem Buch, ebenso wie die Wellblechhüttensiedlung, über die er schreibt: „<> die Stadt steht auf der Kippe: Gezeitentide Müll.“

Es sind die unverhofften Gegensätze, die die Gedichte so reizvoll machen. Schon das erste Gedicht  „Morgen in Ahmedabad“ gibt einen Vorgeschmack auf die laute, pralle  Enge auf den Straßen und ein Gedicht weiter nimmt er uns mit in den kleinen Innenhof, in dem er Stille findet.

Eines meiner Lieblingsgedichte des Buches ist „Sidi saiyed“, das nicht nur in Indien Gültigkeit hat, sondern auch uns auffordert, innezuhalten.

 

Find deine innere Ruhe
Trotz dem Krawall dieser Zeit
Spür deine Knie auf dem Boden
Sei ohne Freude und Leid 

Tauben erflattern die Giebel
Töne von überall her
Weich wird dein smartphoner Atem
Lock die Gedanken ins Leer 

Lärm foltert die, die ihn hören
Stille erlangt, wer bei sich
Hinter dem Marmor liegt Mekka
Unter dem Baum ein Gedicht. 

Nahezu magisch werden die Gedichte, die über Gandhi, sein Leben und seine Lehre entstanden.
Im Gedicht „Was würden sie tun, Mr. Gandhi…“ lässt er Gandhi antworten: 

Könnt ich heute etwas tun,
wär’s noch immer ein Gebet
Fastenheil, ein Schweigetag
Nichts, was auf den Fahnen steht 

Und etwas weiter: 

Könnt ich heute etwas sehen,
säh ich Indiens Infarkt
Würde leiden wie ein Hund,
der an seinem Schatten nagt. 

Könnt ich heute etwas schreiben,
schrieb ich WAHRHEIT groß, gewiss
Würde sprachlos formulieren,
dass Gott in Wahrheit Liebe ist. 

Es ist ein großartiges Buch, nach dem ich immer wieder gern greife und in dem ich immer wieder etwas Neues entdecke, sei es ein Detail auf den Fotos oder eine Zeile, die je nach Stimmungslage immer wieder eine neue Interpretation findet.

Dass der Autor uns als Bonus „Sweet, sweet music“, 2 Songs per Link schenkt, ist zudem eine schöne Geste. 

Ich kann das Buch nur empfehlen. 

Annette Gonserowski 

Rainer Thielmann
INDIEN von innen intensiv
Auf gandhis spuren durch gujarat
128 Seiten
Reiselyrik Verlag, 83128 Halfing
ISBN 978-3-9812583-5-6

19. April 2017

Geschenk-Kunst










Heute fügte ich dem Kunstpfad Kultour, der an der Kalberschnacke an der Listertalsperre beginnt, einige, wenige Exemplare meiner Mitnahmekunst hinzu. Diese besteht jeweils aus einem eingeschweißten Gedicht von mir und einer Abbildung eines Aquarelles meiner Freundin.
Ich werde diese Aktion mit jeweils einem Exemplar an anderen Orten fortsetzen und freue mich auf mögliche Resonanz.

4. April 2017

Lyrik-Aktion: Mitnahmetext






An einem Spazierweg im Wald steht ein Baumstamm, der nicht nur durch seine vielen Baumpilze Bewunderung hervorruft. Auf ihm wurde mit Steinen und einer Karte mit einem meditativen Text ein Ort des Innehaltens geschaffen.
Heute habe ich diesem als Lyrikaktion eine Mitnahmekarte mit einem Gedicht beigefügt, das ich vor einigen Jahren genau auf diesem Weg schrieb.

Ich werde diese Aktion fortsetzen.

Hier das Gedicht auf der Karte:


Im Wald
 
Auf federndem Boden
gehen,
der dich trägt
in die Umarmung
der Bäume,
in die Geschichten
der Blätter,
in das Lachen
der Vögel,
in die Freiheit
der Wolken.

geschrieben 18.7.08
(c) Annette Gonserowski


Der Baumstamm befindet sich auf dem Waldweg, der von der Isenburg in Kierspe links in den Wald führt.
 


2. April 2017

Lächeln


Lächeln

 

Du schenkst mir
Dein Lächeln,
legst es auf meine Lippen,
ich gehe mit ihm
durch diesen Tag. 

Es macht fröhlich,
lässt mich behutsam
denen begegnen,
die mich unwirsch machen,
die anlächeln,
die mir barsch sind. 

Es lässt mich die Blüten
erwachen sehen
und das Sprießen des Grases.
Es macht die Welt bunt
und den Himmel weit.

Ich lächle mit Deinem Lächeln,
bis es meines wird,
gehe beschwingt und leicht.

 © Annette Gonserowski

 

19. März 2017

Altes Gedicht - gültig wie nie



Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, in einem Cafè einen Termin zu überbrücken.
Da fiel mir die Tageszeitung in die Hände, in der mich u.a. ein Bericht interessierte, der als Rückblick und Stadtgeschichte über die seinerzeitige Stationierung der amerikanischen Atomsprengkörper in einer Nachbarstadt berichtete.

Mich wundert noch heute, wie gelassen die Menschen hier mit dieser Tatsache umgingen.
Ich schrieb damals das Gedicht, das sich nach wie vor in meinem Gedichtarchiv befindet. Auch wenn es in der Nachbarstadt keine Atomsprengköpfe mehr gibt, so hat es seine Gültigkeit nie verloren:

Sicher

Früher
sagte man mir:
unweit
stehen die schützenden Raketen.
Ich war ruhig
und fühlte mich sicher.

Heute
schützen mich die Raketen
davor,
die Ruhe zu bewahren
und ich fühle mich Tod-sicher.

(c) Annette Gonserowski
ca. 1985 geschrieben

10. März 2017

Lesung in der Stadtbücherei in Meinerzhagen




Heute lese ich im Rahmen der Nacht der Bibliotheken in der Stadtbücherei in Meinerzhagen.

Gedichte in spanischer Wochenzeitung



Wieder wurden in den Costa-Blanca-, den Costa del Sol- und den Costa Calida-Nachrichten jeweils eine ganze Seite mit meinen Gedichten veröffentlicht. Dieses Mal waren es Reisegedichte, die ich auf der Fahrt nach Spanien oder auf der Rückfahrt nach Deutschland schrieb.
Dank an die Redaktion, die meinen Gedichten immer wieder ein Forum bietet.

21. Februar 2017

Fremde





Fremde

Aus gleichem Ort,
zur gleichen Zeit,
am gleichen fremden Ort.

Fremde sind wir,
die sich begegnen
flüchtig im Vorübergehen.

Doch etwas war -

war es der Heimatduft,
der aus den Poren drang,
die Sprache, vages Erkennen?

Schon wieder vergangen.

Fremde sind wir
an einem fremden Ort.

(c) Annette Gonserowski

19. Februar 2017

Amsellied




 
 
Amsellied

Vor meinem Fenster
singt die Amsel
die Fremdheit aus dem frühen Morgen.

Wie nah sie ist,
hoch über mir im
Palmenzweig,
vertraut die Töne in der Fremde
und Illusion von Heimat.

Tröstend legt sich ihr Gesang
auf Sorgen,
macht licht den Tag
und leicht.
 
(c) Annette Gonserowski

17. Februar 2017

Deine Nachricht





Mein Handy brummt,
holt mich aus den letzten Träumen,
lässt mich erwachen.

Deine Nachricht kam,
bringt Heimat in die Fremde,
Freundschaft zwischen Zeilen
und Lächeln,
das auch mich lächeln lässt,
trägt mich in den lichten Tag.

Die Sonne scheint verschwenderisch.



(c) Annette Gonserowski

14. Februar 2017

Dialoggedicht


 
 
 
Gerhard 

Fernab 

Sich erinnern im Winter
an einen Frühling fernab
an einen Frühling in einem
anderen Land 

Sich erinnern im Winter
an eine Liebe fernab
an eine Liebe in einem
anderen Leben 

Warten auf einen Frühling
der keine Liebe bringen wird 

© Gerhard Rombach

 
Annette 

Im Frühling 

Es ruhte die Zeit
in unseren Worten. 

Wieder ist Frühling
in diesem fremden Land. 

Wie vertraut es mir ist,
das Blühen der Mandelbäume
im Tal, an den Hängen,
das verletzliche Gelb der Mimosen,
das Branden der Wellen
im Frühlingssturm. 

Doch etwas ist anders:
die Zeit eilt schneller –
ferner der Tag,
an dem wir uns erstmals sahen
in unseren Wortbildern.
Kürzer die Zeit,
die uns bleibt. 

© Annette Gonserowski

11. Februar 2017

Nachtgedanken



Den Gedanken entfliehen,
über die das Dunkel
der Nacht
ein schweres Tuch legte.
In den Schlaf sinken,
der Vergessen bringt,
in die Träume gleiten,
die eine vage Hoffnung tragen,
während die Welt
vor dem Fenster nicht schweigt,
sich weiterdreht
in den Morgen,
in das Erwachen,
in die Bläue des Himmels hinein.

(c) Annette Gonserowski

9. Februar 2017

Auf alten Pfaden


 
 
Auf alten Pfaden gehen
nach langer Zeit.
Aufmerksam,
um nicht zu stolpern
am vertrauten Stein.

Auch heute
die Möwen
auf dem Felsen im Meer,
das Züngeln der Wellen
am Lavastrand.

Gedanken ans Gestern,
Gedanken ans Heute
und Träume vom Morgen,
während die Sonne im Untergang
die Küste in blutrotes Licht taucht.
 
(c) Annette Gonserowski

5. Februar 2017

Nächste Lesung

Foto: (c) Atelier Albrecht, Meinerzhagen
v.l.: Christophe Bossu, ich, Andreas Koch


Unsere nächste Lesung findet innerhalb der

Mülheimer Lesebühne
am 03.03.2017
von 19.00 bis 22.15 Uhr statt.
 
Veranstaltungsort:
Hotel Handelshof
Friedrichstraße 15-19
45468 Mülheim/Ruhr


U.a. lesen Christophe Bossu und ich. Andreas Koch bildet mit klassischer Gitarrenmusik den musikalischen Rahmen.

Über zahlreiche Besucher würden wir uns sehr freuen!

Nachgedanken über Sylvester



Whatsappsignale im Sekundentakt,
das Mailfach quoll über,
endlose Posts der facebook*freunde*,
Messengernachrichten ohne Unterlass,
pausenlos summte das Telefon – 

Grüße aus aller Welt,
Grüße von Freunden,
von Bekannten
und Unbekannten. 

Inflationäre Grüße,
hastig verfasst,
hastig gelesen,
schon wieder vergessen. 

Ich kappte den Strom,
suchte die Stille,
um Abschied zu nehmen
vom Alten,
um das Neue zu begrüßen,
um bei mir zu sein
und bei Dir.
 
(c) Annette Gonserowski


 

3. Februar 2017

Das Meer


 

 

Das Meer,
eine silberne Tafel,
auf die der Sturm
wilde Linien zieht,
auf die der Wind schreibt
mit zärtlicher Brise,
auf der auch
meine heimlichen Worte
geschrieben sind,
sie bleiben,
wenn ich wieder geh.
 
(c) Annette Gonserowski

28. Januar 2017

Müll in den Meeren





Sorglos
entsorgten wir unseren Müll
in den Meeren,
verseuchten sie
bis auf den Grund.
Wir haben dem Meer
seine Unschuld genommen. 

Nun schlägt es zurück
mit Sturm und mit Brausen,
trägt auf den Wellen das Gift
und Fische ans Land.
Fischbäuche gefüllt
mit zerschlagenem Kunststoff,
verendet an unserem Überfluss.

Wir sollten uns sorgen
um Meere und Fische,
um Tiere und Pflanzen,
um Menschen,
um unsere Erde,
die blau in dem Weltall treibt,
verletzlich wie wir. 

Wir sollten erwachen,
wir sollten umkehren,
wir sollten um Frieden beten,
wir sollten weiße Tauben entsenden,
mit dieser Nachricht,
bis in die äußersten Winkel
der Welt.

© Annette Gonserowski

18. Januar 2017

Augenblick




 

Den Augenblick
betrachten
von der Düne am Meer. 

Ich höre das Branden
der fernen Welt
ans nahe Ufer,
sehe das Fliehen der Zeit
mit dem Wind über das Meer. 

Ich stehe still,
spüre das Fließen
des Sandes,
sinke,
versinke in ihm.
 
(c) Annette Gonserowski

 

 

17. Januar 2017

Reiter und Pferde am Meer



Ihre Hufe umspült
von brandenden Wellen,
ihr Schnauben,
das Lachen der Reiter -
verweht im Meerwind,
vergangen ihre Spuren.

In meinen Augen
noch immer das Bild:
der Stolz der Pferde,
die Gelassenheit der Reiter.
Einssein von Mensch und Tier,
die Freiheit des Augenblicks.

(c) Annette Gonserowski

15. Januar 2017

Zwillingsmomente




 

Zwillingsmomente

im kleinen Dörfchen

zwischen Bergen und Meer.

 

Nur wir zwei

schlenderten

durch spärlich beleuchtete Gässchen

im Abendschein,

kehrten ein

in der kleinen Bar.

 

Du kauftest Purros,

ich kaufte Sellos,

du trankst Absinth,

ich einen Kaffee.

 

Unsere Worte

zwischen den Fremden,

unsere Worte

nur zueinander.

Vertrauen,

das keiner Worte bedurfte.

 

Zwillingsmomente,

an die ich mich erinnere

und das Glück spüre

von einst.
 
 
(c) Annette Gonserowski

10. Januar 2017

Kriege





Unfassbar
 
Unfassbar
der Hass in dieser Zeit,
die zerstörerische Wut,
die Kriege entfachen,
Tod über Häuser, Städte und Länder bringen.

Der Tod kommt nicht leise,
wie am Bett eines Alten -
mit detonierenden Bomben,
mit Schüssen und Kriegsgeheul
trägt er Angst
in die entlegensten Winkel.

Sie spiegelt
in den Augen der Kinder,
die vergeblich die Hand des Vaters suchen,
sich an die Röcke der Mütter klammern,
oder allein in die Laken des Krankenlagers
wimmern.

(c) Annette Gonserowski