Eigene Lyrik, Fotos und Bilder




Dieser Blog wird durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach archiviert.








30. August 2006

Gespräch am Abend


Taschen voll Hoffnung

Man kann Theorien aufstellen,
Entfernungen ermessen,
Klüfte aufzeigen,
erschaudernd an Abgründen stehen,
um zu erkennen,
dass eine Seilbrücke gebaut werden kann
und darauf hoffen,
dass am gegenüberliegenden Ufer
ein Pol ist,
der ihr Halt bietet.

(c) Annette Gonserowski

29. August 2006

Mein und Dein

Du warst nicht mein,
Du warst in meinem Leben,
warst in den Gedanken,
bei jedem Wort,
in jedem Augenblick.

Ich war nicht in Deinem Leben,
nicht mit Haut und Haar,
doch ich war Dein,
mit dem Verborgenen:
mit meinem Herzen

(c) Annette Gonserowski

Alles schon

Alles schon geschrieben,
alles schon gesagt,
alles, was wir lieben,
wurde hinterfragt.
Was ist davon geblieben?:
Alles schon gesagt!

(c) Annette Gonserowski

Ich möchte mitteilen, dass ich ab heute ein wenig unregelmäßiger posten werde.
Ich würde mich freuen, wenn Du diesen Blog weiterhin besuchen würdest.

Liebe Grüße
Annette

28. August 2006

Zwischen den Zeilen


Ich danke allen Freundinnen und Freunden für die lieben Glückwünsche zu meinem Geburtstag! Es war ein fröhlicher Tag!

Eigentlich
kein Tag zum Fröhlichsein,
kein Tag voller Sonnenschein,
ein Tag voller Wolken!
Doch heute
kam ein Brief von Dir!
Zwischen den Zeilen
sandtest Du mir
Spiegelbilder
meiner Träume.

(c) Annette Gonserowski

27. August 2006

Ulrich


Wir in den Armen unserer Großmütter

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Zwilling!

Ich kannte ihn schon, bevor ihn jemals ein Mensch je gesehen hatte. Ich war ihm so nah, dass ich genau wußte, wie sein Herzschlag klang. Ich hätte ihn aus Millionen anderer Herzschläge bestimmen können: er war leise und doch so laut, dass ich ihn durch die Wand hören konnte, die uns trennte. Manchmal war ich ganz still und lauschte dem Herzschlag und war glücklich.
Manchmal jedoch war ich sehr wild, klopfte mit beiden Fäusten ungestüm gegen die Wand. Dann bog sich diese und er, der ganz nah dahinter war, hatte keine Chance auszuweichen. Er spürte diese Fausthiebe und ich wünsche mir, dass sie ihn nie trafen.

Auch er lauschte meinem Herzschlag, der ebenso zu ihm drang, verhielt sich ganz still. Vielleicht war auch er glücklich. Manchmal spürte auch ich seine kleinen Fäuste gegen die Wand boxen, dann war ich glücklich.

Als die Frühlingsstürme über das Land zogen, die Blumen im Bauerngärtchen des Elternhauses vorwitzig aus der Erde sprießten, wurde es eng in unseren Räumen. Wir beanspruchten mehr Raum. Von jeder Seite versuchten wir die Wand beiseite zu schieben. Ich drückte mit meinem Po fest dagegen und spürte, dass auch er auf der anderen Seite mit voller Kraft dagegenstemmte. Dies Unterfangen war aussichtlos, so richteten wir uns ein in der ständig größer werdenden Enge, lauschten unserem Herzschlag und waren froh, so nah beieinander zu sein.

Wir verließen den Mutterleib mit unserer Geburt. Er ging eine Viertelstunde vor mir, bahnte sich den Weg in die unbekannte Welt und schrie aus Leibeskräften, als er plötzlich allein in dieser unendlichen Weite war, die kalt nach seinem kleinen Körper griff.
War er in unserem engen Raum riesengroß, so mußte er voll Entsetzen feststellen, dass er sehr klein und verletzlich war.

Ich spürte sein Gehen voller Entsetzen. Mir wurde der Platz weit in meiner Bleibe, die Stille ohne seinen Herzschlag unerträglich. Der Herzschlag der Mutter, den wir gemeinsam vernommen hatten und der nun ganz anders klang, ohne ihn, tröstete mich nicht. Ich hatte keine Bleibe mehr. So machte ich mich auf, folgte ihm auf diesem Weg, den er mir bereitet hatte.

Winzlinge waren wir beide, die behutsam die ersten Wochen in dieser fremden Welt in einem Brutkasten gebettet wurden. Ich gedieh prächtig, er war schwach und sein Herzchen drohte oftmals auszusetzen.
Ich durfte das Krankenhaus einige Zeit vor ihm verlassen, zog ohne ihn in das Elternhaus ein. Ich glaube, ich war glücklich, als er einige Wochen später folgte. Wir waren wieder vereint, schliefen nebeneinander in einem Bettchen, lagen in einem Kinderwagen, mit dem man uns durch die schon herbstliche Welt fuhr. Die Blätter der dicken Buche, unter die man uns geschoben hatte, raschelten schon spröde und wenige Wochen später fielen dicke Schneeflocken zur Erde, bedeckten alles mit einer weißen Decke. Da lauschten wir gemeinsam dem Prasseln des Holzes im Herdfeuer, planschten fröhlich in der Badewanne, die man auf den breiten Küchentisch gestellt hatte.

Ich fand meinen bevorzugten Platz auf dem Arm der Mutter, während er auf dem Arm der Großmutter mit großen Augen still und ernst in die Welt schaute.
Weit voneinander entfernt waren wir nie.

Man steckte man uns in ähnliche Kleidung, unterstrich das, was wir uns niemals beweisen mußten: dass wir Zwillinge sind.
Ich watschelte mit meinen stämmigen Beinchen fröhlich in die kleine Welt um unserem Elternhaus, er folgte mit ernstem Blick hinterdrein. Beim Nahen von Fremden verbarg er sich hinter mir, während ich grimmig schauend die Lage sondierte.
Als man uns Ledergeschirre anlegte, damit wir nicht zum Teich auf der Wiese vor dem Haus gehen konnten, war es einerlei: wir hatten uns. Mehr brauchten wir nicht.

Getrennt wurden wir für einige Stunden des Tages, als ich mich kreischend weigerte, den Kindergarten zu besuchen. Da ging er tapfer allein an der Hand der Kindergärtnerin diesen weiten Weg. Einige Wochen später ging ich mit ihm.

In der Schule steckten wir unsere Nasen gemeinsam in ein Schulbuch, lernten gemeinsam zu Hause am Küchentisch.

In unserer freien Zeit trennten sich nun unsere Wege. Er fand einen Freund in der Nachbarschaft, mit dem er viele Stunden verrbachte. Auch ich fand eine Freundin, die wenige Häuser entfernt wohnte. Ich spielte mit ihr Jungenspiele, denn Puppen waren mir verhaßt.
Zum ersten Zeugnis bekam Ulrich von den Großeltern einen wundervollen, grünlackierten Roller geschenkt. Über den Sack voller bunter Bälle, den ich bekam, war ich enttäuscht. Aber er teilte dieses begehrte Gefährt mit mir, wie wir alles teilten, was wir besaßen. Das größte, was wie miteinander teilten, waren unser gegenseitiges Vertrauen, dass uns auch die Gedanken aussprechen ließ, die wir sorgfältig vor anderen verbargen.

Als ich viele Jahre später eine Verlobung löste, vertraute ich mich ihm an. Wir waren mit seinem Auto zu einem Schloß gefahren, saßen auf der dicken Schloßmauer in der Sonne und berieten uns. Es war die Zeit, als so ein Ereignis noch eine Schande bedeutete.
Dass er mir den Rücken stärkte, ließ die Offenbarung gegenüber den Eltern leichter werden.
Als er heiratete, war es eine Freundin, als sie starb und er fortzog, fühlte ich mich verlassen, obwohl ich verheiratet war.. Ich bin sicher, dass er ebenso oft an mich dachte, wie ich an ihn.
Irgendwann kam er zurück, bezog das Elternhaus, nun wohnen wir wieder nah beeinander.
Wir können uns sehen, wann immer uns brauchen. Wir sind einander nah, auch wenn unsere Haustüren verschiedene sind. Wir teilen nicht viele große Worte miteinander, aber wir wissen umeinander, freuen uns, wenn einer von uns glücklich ist, sind traurig, wenn wir die Traurigkeit des anderen spüren. Oft gehen wir nebeneinander über das Feld, das die Ursprünglichkeit seit unserer Kindheit bewahrt hat. Dieses Feld, das Synonym für unsere gemeinsamen Wurzeln ist. Dann reden wir miteinander und sind sicher, dass wir einander verstehen. Immer.

(c) Annette Gonserowski

26. August 2006

So einfach


Blick vom Kap San Antonio auf den Montgó


Ach, wenn es doch nur
so einfach wäre,
mich zu akzeptieren
oder Dich.

Die Grenzen
zu akzeptieren
und die Zwischenräume,
dass zwischen schwarz und weiß
grau ist,
dass es die Zwischentöne gibt,
dass die Entfernung
die Nähe beinhaltet.

Ach, wenn es doch nur
so einfach wäre,
mich zu verstehen
oder Dich.

In den Grenzen
Dich finden
oder mich,
zu wissen,
dass Du in den Zwischenräumen bist,
oder ich es bin,
dass unsere Töne füreinander
anders sind
und eine Entfernung
die Nähe nicht ausschließt.

Ach, wenn es doch nur
so einfach wäre,
zu glauben,
dass alles ganz anders ist.

(c) Annette Gonserowski

25. August 2006

Ulrich und ich



Lieber Ulrich,

ich habe Dich ganz lieb.

Dein Zwilling

24. August 2006

Wort


Denia von der Mole aus fotografiert

Ziehende Wolken,
Flügel der fliehenden Möwe,
treibender Sand,
vergebliches Blütenblatt
auf rollender Welle,
mein Wort.

Bergmassiv
hinter dem Ufer
des Meeres,
meine Sehnsucht.

(c) Annette Gonserowski

23. August 2006

Am nächsten Tag


Am nächsten Tag
waren da
die Morgennebel,
im Grund
die Spinnenweben,
am Eichenbaum
ein fahles Blatt.
Die Schwalbe barg,
ein Tal südlich
schon entfernt,
den Sommer
unter ihren Flügeln.

( c) Annette Gonserowski

Duft an Duft




Duft an Duft
verströmen
Heckenrosen
und Jasmin.
Zu ihren Wurzeln,
vom Feld verweht,
blüht das Vergißmeinnicht.

(c) Annette Gonserowski

21. August 2006

Eine Rose



Eine Rose
blüht blutrot
in das Schweigen
nach dieser einsamen Nacht.

Den Engel,
der einst
unsere Träume bewahrte,
beschwör' ich:
"Nimm auf meine Gedanken,
leg Deine Flügel um mich".

(c) Annette Gonserowski

Bei Valence




Auf die blaue Brücke
aus Träumen
gehe ich vorsichtig
Schritt für Schritt,
lasse hinter mir
Mandelblüten und Mimosenduft,
die Wärme der südlichen Tage,
tauche ein
in Tage des Nordens,
bin glücklich
wieder bei mir.

(c) Annette Gonserowski

20. August 2006

Gefühle



Meine Gefühle,
freigelassen
wurden sie zur zahmen Taube,
die die Krumen
vom Boden pickte,
die man ihr hinwarf
vor ewigen Wochen,
vertrocknet und spärlich.

Meine Gefühle,
eine Taube,
schutzlos und weiß,
von einem Falken geschlagen,
zerfleddert,
in tiefschwarzer Nacht.

(c) Annette Gonserowski

Die Gitarre

Was klingt?

Das Erinnern des Holzes,
an das Rauschen des Windes,
das Klirren des Eises,
das Knistern der Sonne
am Stamm?

Was schwingt?

Die Erfahrung des Meisters
aus der Freude der Jugend,
dem Feuer des Reifens,
der Ruhe des Alters
des Seins?

Was singt?

Das Erbeben der Saite
durch die Harmonie der Melodie,
die Berührung der Hand,
dem Klopfen des Herzens
des Spielers?


(c) Annette Gonserowski

19. August 2006

Meine Gitarre entsteht



























Meine Gitarre im Werden

Wer bist Du?


Schlehen an meinem Abendweg 18.08.06

Wer bist Du?

Die SMS im Archiv
meines Handys?
Der Datenmüll
im Mailfach meines Rechners?
Die Begegnung
in einem virtuellen Traum?
Der fremde Gedanke,
der meinem ähnlich war?
Die Worte,
die Anker schlugen in meinem Herzen?

Du warst niemals Phantasie.

Du bist der Mensch,
hinter all diesem,
der Ausdruck meiner Sehnsucht wurde,
die in mir war.

(c) 18.08.06 Annette Gonserowski

17. August 2006

Liebe




Meine Worte -
zu abgegriffen,
zu ungenau,
zu begrenzt,
zu wenig
und jedes Wort
zuviel,
nur eines -
Liebe.


(c) Annette Gonserowski

16. August 2006

Worte


Worttüte (c) Annette Gonserowski

Ich setzte ein Wort,
um Abstand zu halten -
es baute eine Brücke.
Da nahm ich alle Schutzworte,
warf sie über das Geländer.
Unverhüllt
trafen mich Wortwaffen -
nun warte ich
auf ein Wort,
das heilt.

(c) Annette Gonserowski

15. August 2006

Zweisamkeit




Du möchtest die Sterne zählen,
mit einem Freund.
Schau in den Himmel,
nachts,
wenn die Ruhe das Land beherrscht
und auch die Trauer leiser wird.
Suche den hellsten Stern,
der in dem Dunkel leuchtet:
er wird Dein Freund sein.
Er wird Dir die Richtung weisen,
wenn das Zählen beginnt.
Doch
er läßt Dich erkennen,
dass Millionen Sterne
unwichtig sind,
wenn Du einen Freund gefunden hast.

Du möchtest die Wolken zählen,
tags,
wenn der Wind über die Felder weht
und das Treiben Dich gefangennimmt.
Du wirst nicht allein sein,
denn Dein Freund,
der Stern,
ist bei Dir,
unsichtbar,
hoch über den Wolken.
Du wirst das Zählen vergessen,
weil Du versuchst,
die Wolken beiseite zu schieben,
um bei Deinem Freund zu sein.

(c) Annette Gonserowski

14. August 2006

Vielleicht

Wenn Du sagen würdest:
"Komm"

vielleicht

würde ich über den Schatten springen
und dahinter die Hoffnung finden

vielleicht

wäre Dein Lächeln
mir Licht.

(c) Annette Gonserowski

Ein Freund sagte einmal: *Lächeln ist die stärkste kreative Kraft*
Worte bleiben.
*lächel*

Verzaubert




Sturmreiter,
du Zaubergestalt.
Orkanartig
durchbrachst du meine Ordnungen.

Nun ordne ich
die weitverteilten Bruchstücke
nach dem Maß
deiner Augen.

(c) Annette Gonserowski

11. August 2006

Stille




Diese Stille -
wenn das Lied
verklungen ist ..

Stille,
Herberge der Gedanken.
Stille,
Hüterin der Sehnsucht.

Stille,
so tröstend,
so heilend,
so voller sanfter Töne.

(c) Annette Gonserowski

Ein Geburtstagsgruß nach Göppingen



... *lächel*....
Liebe Erika,
ein lieber Gruß vorab.

Deine Annette

10. August 2006

Mit Dir

Mit Dir
gegen den Wind laufen,
die Wolken beiseite schieben,
auf Sonnenstrahlen klettern.

Mit Dir
ausgelassen Purzelbäume schlagen,
lachend in die Höhe hüpfen,
auf dem Tisch frühstücken.

Mit Dir
die Sterne zählen,
alte Träume träumen,
Trauer ertragen,

schweigen.

(c) Annette Gonserowski

9. August 2006

Eins sein


la flamenca negra
(c) koko - Annette Gonserowski

Dieses Lied spielen,
diese Höhen und Tiefen,
die fliehenden Töne
in flimmernder Hitze,
mit Dir.

Diese Schwingungen spüren,
diese Ferne und Nähe,
die Trautheit der Töne
in getragener Sanftheit,
zwischen Dir und mir.

Dem Lied sich hingeben,
mit den Tönen verschmelzen,
in ihnen versinken,
eins sein
mit Dir.

(c) Annette Gonserowski

8. August 2006

Kindheit





Erinnern
der endlosen Sommer,
der nie endenden Stunden,
der unendlichen Zeit.

Lebendig
die Zwerge im Baumstamm,
die Bambies im Wald,
die Märchen in heimlichen Hütten im Dornbusch.

Nicht vergessen
die schützenden Arme der Mutter,
die wärmende Stimme des Vaters,
die tiefe Geborgenheit.

(c) Annette Gonserowski
ein heute wiederendecktes, uraltes Gedicht :-))

7. August 2006

Blick ins Land am Meer

Sonnenaufgang am Meer
















Sanft wiegen Wellen
an den Strand,
ein dunkles Wolkenband
eint Himmel und Meer.

Die Sonne,
bewußt des Ziels,
bewußt der Macht,
entsteigt dem Meer,
vertreibt die Nacht,
treibt Purpur vor sich her,
umkränzt die Wolken golden,
begrüßt den Morgen,
macht filigran das dunkle Band,
und leicht nächtliche Sorgen.


(c) Annette Gonserowski

6. August 2006

Alles schon

Alles
schon geschrieben,
alles
schon gesagt,
alles,
was wir lieben,
wurde hinterfragt.
Was ist davon geblieben?:
alles
schon gesagt....

(c) Annette Gonserowski

Bei Regen geschrieben


(c) koko - Annette Gonserowski

Tristesse

Regen klopfte Tristesse
auf das Dach Deines Hauses,
weckte Dich
aus diesem traumlosen Schlaf.
Das Dunkel der Nacht
rettete sich stumm
in Deinen Tag.

Du erwachtest allein
in dieses Schweigen,
erschrakst
vor dem Grauen des Herzens.
Die Stunden,
die eifrigen Maurer,
schichteten sich
einsam und lang
steinschwer
auf Deine Seele.

Einst,
an lichten, gemeinsamen Tagen,
nahmst Du Abschied
von schweren Gedanken,
warst fröhlich und frei.
Heut bist Du gefesselt
an sie.

So wartest Du müde
und traurig
auf den verschwiegenen Zauber,
auf das umhüllende Dunkel,
auf die tröstende Nacht.

(c) Annette Gonserowski

5. August 2006

Gefühle


(c) koko - Annette Gonserowski

Wo sind die starken Gefühle,
die wie der Wüstenwind
plötzlich hereinbrachen,
die durch die Gedanken fegten,
das Herz beben,
den Körper erglühen ließen?

Sie schlichen fort,
heimlich wie der Schakal,
dessen Spur
der Wind verweht,
von dessen Berührung
des Sandkorn träumt.

(c) Annette Gonserowski

Glücklich
















Ich möchte mit Dir
durch hohes Gras
und bunte Blumen gehen.
Vielleicht
würdest Du verstehen,
warum ich manchmal glücklich bin.

Ich möchte mit Dir
am Bach dort unten
schweigend in die Wellen sehen.
Vielleicht
würdest Du verstehen,
warum ich trotzdem glücklich bin.

Ich möchte mit Dir
Hand in Hand auf einer Lichtung
sehen, wie die Nebel wehen.
Vielleicht
würdest Du verstehen,
warum ich heute glücklich bin.

(c) Annette Gonserowski

3. August 2006

Zum Himmel



Zum Himmel
reckt sich hoch
der Halm,
lichtfreudig,
voller Leben.
Standhaltend
Wind und Sonne,
wiegt er
und lauscht,
dem Sensenschlag entgegen.

(c) Annette Gonserowski

Noch einmal: Hochsommer

2. August 2006

Morgengrauen




in Memorian Themistoklis Papagiannopoulos

Du schenktest mir die Spalte,
die die Nacht
vom Tage trennt,
die voller Hoffnung ist
auf einen Morgen.
Ich nannte sie
Morgengrauen
und Du lachtest.

(c) Annette Gonserowski

Erloschenes Feuer - Swisméni fotiá.

Das Feuer,
an dem ich mich wärmte
in nächtlichen Stunden,
das loderte in meinen Augen,
das mich zu entzünden und
zu glühen versprach,
erlosch in dem Morgengrauen
eines südlichen Tages.
Asche
auf spärlichem Haufen,
kalter Rauch
in der Bläue des südlichen Himmels,
auf meiner Stirn
das Aschenkreuz.

(c) Annette Gonserowski




Swisméni fotiá.

I fotiá pu me zéstene tis óres tis níchtas,
flógise mésa sta mátia mu,
ipóschontan na me pirpolísi ke na m´anápsi,
ómos ésvise tin charawjí aftís tis nótias méras.
Mia midaminí fúchta stáchti,
kríos kapnós sto ble tu nótiu uranú,
sto métopó mou o stáchtinos stavrós.

Übersetzung: T. Papagiannopoulos

1. August 2006

Innehalten


(c) koko - Annette Gonserowski

Das Leben mag
vorübergehen,
schneller
als der Tag sich neigt,
Deines oder meines.

Doch Du
bliebst stehen,
als mein Herzschlag
zu Dir klang
und lauschtest.

(c) Annette Gonserowski