Eigene Lyrik, Fotos und Bilder




Dieser Blog wird durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach archiviert.








30. Januar 2010

Schnee




Um unser Haus herum

Zum Geburtstag


(c) Claudia Ackermann

*
*
An Dich
denken,
an diesem Tag.

An Dich denken
mit all unseren
geschriebenen Worten.

Sie sind vergangen,
die Tinte verwittert,
die Gefühle verweht.

Einzig
Dein Name
in meinem Herzen.

Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag.

Annette

29. Januar 2010

Synonyme







Worte II


Meine Gedanken -
bewahrte,
unausgesprochene,
freie
Worte,
die kein Seufzen
atmet,
kein Stöhnen
beklagt,
kein Lachen
befreit,
kein Schrei zerreißt,
die Tat werden,
manchmal,
lautlos.

(c) Annette Gonserowski

28. Januar 2010

Worte


Die Worte
an den Himmel werfen,
bunte,
leichte,
ungesagte
Worte,
auf dass sie
Flügel
bekommen
und fliegen,
mit denen auch ich
leicht
werde und
frei.

(c) Annette Gonserowski

27. Januar 2010

Abenstimmung





- Lesende: meine Freundin -

Mein Arbeitsweg am Morgen







In die blaue Stunde hinein
erwacht
schwarz-weiß
der Morgen.
Jetzt
an die Farben
unter dem Schnee
glauben
und an das Leben.
Aus dem Schweigen
die Worte
sammeln.
*
(c) Annette Gonserowski

25. Januar 2010

Vor meinem Fenster


jetzt.......

gestern morgen

gestern Abend

heute morgen

heute morgen etwas später

heute Abend

heute Abend



Das ist Geborgenheit:

das fahle Licht,
der Flockenflug,
die Einsamkeit.

Das ist, wie es vor Ewigkeiten war.

Jede Flocke
flicht Erinnerungen
in das Haar.

(c) Annette Gonserowski

24. Januar 2010

Verborgen


Das Bild wurde entfernt

(c) Marek Tomicki, Halver

Verborgen sein
in Worten
und geborgen.
Geschützt,
beschützt
das Verletzliche.
In Metaphern
Ruf und Herzschlag.
Entblößt
durch den fremden Neid.

(c) Annette Gonserowski

23. Januar 2010

Das Meer


Das Meer,
ein wütender Schlund,
weit aufgerissen,
rasend,
droht
Häuser und Mensch
zu verschlingen.

Ich,
winzig am Ufer,
eile fort,
schlotternd vor Angst.

(c) Annette Gonserowski

21. Januar 2010

Postkartenaktion




Gemeinsam mit meiner Freundin, der Malerin Claudia Ackermann, nahm ich an einem Wettbewerb teil, bei dem eine Postkarte schwarz-weiß gestaltet werden mußte, basierend auf das Wortbestandteil "inter". Mehr als 1000 Postkarten wurde eingeschickt. Unsere Beiträge hatten den Erfolg, in der soebenen Publikation "Kiosko de Levanto 2009/2010" aufgenommen zu werden. Keine Selbstverständlichkeit bei sovielen Einsendungen. Dass unsere Beiträge auf gleichen Seiten erschienen, ist besonders schön.
Mehr darüber auf dem Blog von Claudias Blog: http://claudiaackermann.blogspot.com/

20. Januar 2010

19. Januar 2010

Hinter den Meeren


Vor kurzem fand ich ein altes Notizbuch. Es ist mehr als 40 Jahre alt. Darin hatte ich meine ersten Gedichte geschrieben. Zwischen dem Gedichteschreiben in meiner Kinderzeit lagen damals einige Jahre. Aber bis dass das Schreiben von Lyrik zur Passion wurde, sollte noch ein Jahrzehnt vergehen.


Weit hinter vielen Meeren
liegen meine liebsten Träume.
Angst, dass ich sie versäume.
wollte mich schon oft verzehren.

Dort, wohin die Wolken ziehen,
können alle glücklich werden.
Worte bringen nur Beschwerden,
in mein liebstes Glück zu ziehen.

Wie der von gerne glänzende Stern
kommen Traum und Glück zu mir.
Du, den ich sah, ich danke dir,
gibst all das, was mir sonst fern.

Noch ganz nah an meinem Herzen
fühl ich, was ich erträumt,
Glück, das in mir überschäumt,
ist hell, wie viele tausend Kerzen.

(c) Annette Gonserowski
ca. 1968

17. Januar 2010

Winterimpressionen







Bilder des gestrigen Spaziergangs

Winter in der Lorrain


In der Lorrain

Auf dem Friedhof
inmitten des weißen Feldes,
fernab des Lebens,
schweigt
auf verlassenen Gräbern
die Liebe
in ziehende Nebenschwaden.
Nur die Vögel,
die sehnsuchtsvollen,
harren,
die Hoffnung
unter dem plustrigen Gefieder,
auf vereistem Ast.

(c) Annette Gonserowski

Dieses Gedicht schrieb ich 2002, als ich den Friedhof auf der Rückreise von Spanien entdeckte.
Danach sind auf den Reisen die nachstehenden Gedichte entstanden.
In diesem Jahr gelang mir dieses flüchtige Foto.
*
*
Voll Erwartung sein
*
Voll Erwartung sein
am Beginn der wiederkehrenden Reise:
auf den Blick
nach Erreichen der Kuppe,
auf die Kirche
auf dem Hügel,
den Friedhof
fernab des Ortes,
auf die Brücke
im Zauber der Nacht,
das Gutshaus
am Ende der Allee.
Dies und noch mehr finden:
Schwäne
auf dem eilenden Fluß,
südlicher die Bäume voll Blüten.
Dies und noch mehr sehen
und voll Erwartung sein,
während der Reise.
*
*
Absenz
*
Dieser kleine Friedhof
fernab des Dorfes
inmitten stiller Felder,
umfriedet von Mauern,
an denen Apfelbäume blühen,
Träume Ruhe fanden
unter treibenden Wolken.
Hier weile auch ich
für den Augenblick
zwischen LKW und LKW
bei der Vorbeifahrt.
(c) Annette Gonserowski

Kiersper Woeste im Schnee



16. Januar 2010

Unterwegs


Auf der Reise nach Spanien in der Lorrain
*

Festhalten
die Bilder,
schneebedeckt,
die Vögel,
schwarz gegen das Weiß,
festhalten
die Kälte
über dem Feld.
Diese Bilder
festhalten
und die Gedanken,
die rieseln
mit Eiskristallen
auf diesem Weg.

(c) Annette Gonserowski

13. Januar 2010

Wo




Wo
sind die Worte geblieben,
für die Weite des Landes,
den endlichen Himmel
im Dunst,
für das Schlummern des Feldes,
das Schweigen über dem Schnee?
Sind sie darunter,
erwachen zum Leben?

(c) Annette Gonserowski

7. Januar 2010

Ankommen







Ankommen
bei sinkender Sonne,
unter dem Himmel,
der Wolken trägt.

Ankommen
nach dem Treiben des Marktes,
den Liedern
auf Straßen, in Kneipen,
nach Worten
in fremden Sprachen.

Ankommen
in der Stille des Gartens,
schweigen
in der vertrauten Sprache.

(c) Annette Gonserowski