Eigene Lyrik, Fotos und Bilder




Dieser Blog wird durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach archiviert.








31. August 2007

Freund-Gedicht


leben: gemeinsamer Besuch dieser bezaubernden Buchhandlung in Wien


Tauchgang in den Tag

Augen auf,
tief Luft holen.
Abtauchen
in Apnoe
durch den Alltag
bis zum Abend,
ausser Atem,
ohne gelebt zu haben.

© Christophe Bossu


Auftauchen

Am Abend
auftauchen
aus dem Alltag,
den Streß
aus den Kleidern schütteln,
die unfreiwillige Hülle
und die Sorgen
abstreifen,
kopfüber
ins Leben springen.

© Annette Gonserowski

30. August 2007

Dialog-Gedicht


Irrgarten bei Schloss Schönbrunn


Nur ein Leben lang

Wenn die Tage zu Ende sind
will ich westwärts ziehen
ohne Aufenthalt bis
ich dich gefunden habe

Dann werde ich sagen:
Hast du lange warten müssen?
Und du wirst glücklich lächeln
und antworten:
Nur ein Leben lang

(c) Gerhard Rombach

Vielleicht

Vielleicht
wird irgendwann
ein Wind gen Westen wehen,
der aus dem Norden kommt.

Dann wird er mitbringen
geschmolzenen Schnee,
im Bernstein eingeschlossen
ein Zeichen.
Eine Stimme wird er herüberwehen,
die ich lange erahnte.
Dann werde ich es wissen:
Es gibt Dich.

Vielleicht wird der Wind
auch mich mitnehmen,
weiter gen Westen,
bis ans Ende der Zeit.

(c) Annette Gonserowski

Dialog-Gedicht




Am Ende

Am Ende ist es immer Herbst
Die letzte Liebe ist vorüber
Die letzte Sehnsucht
ist verglüht
Am Ende bist Du stets allein.

(c) Gerhard Rombach


Am Ende

Was bleibt am Ende,
wenn nichts mehr wichtig ist,
nicht Gut, nicht Geld,
nicht Wissen
aus den vielen tausend Büchern,
wenn die Seele
sich erheben möchte
und schweben
in andere Gefilde,
wenn Nähe
loszulassen gilt,
dann bleibt
einzig nur,
die Liebe.

(c) Annette Gonserowski

28. August 2007

Gedichte

Meine Träume,
schillernde Wesen
zwischen Himmel und Erde,
im Schlaf und im Wachen.

Meine Gedanken
flüchtige Kinder der Träume
auf all meinen Wegen,
zwischen Erwachen und Einschlafen.

Meine Worte
schwerfällige Kinder der Gedanken,
unvollendet und begrenzt
zwischen Ecken und Kanten.

Meine Gedichte
Kinder der Träume,
Kinder der Gedanken,
Kinder der Worte -

wie nah seid ihr mir.

(c) Annette Gonserowski

Weiterschreibung ....

Meine Wünsche

Meine Wünsche
sind zahme Schäfchen,
wattig und lieb.

Dies macht Dich unruhig,
vergeblich suchst Du
die Teufelchen,
die listig und wild
an manchen Tagen
aus meinen Augen blitzen,
sich meiner Feder bedienen,
das Papier mit ihren Worten füllen
und Dich erreichen.

(c) Annette Gonserowski

Dialog-Gedicht


unterwegs fotografiert: Kindheitszauber

Zauberwort

Du sagst es immer
und immer wieder
das magische Wort
das Zauberwort
doch nichts will sich ändern
kein Sturm kommt auf
der dich mit sich trägt
keine Wunder geschehen

Nur noch zwei Wünsche
sind dir geblieben ...

(c) Gerhard Rombach

Zauberwort

Man sagte mir von einem Wort,
das die Stürme erregt,
die Ordnungen aufgehebt,
das mitreißt
und Wunder geschehen läßt.

Ich habe es nicht,
dieses magische Wort.
Hätte ich es je besessen,
es wäre heimlich gekommen
und heimlich gegangen.

Hätte ich statt seiner zwei Wünsche,
ich würde den Menschen
den Frieden wünschen,
und meiner Liebe
all das Glück dieser Welt.

(c) Annette Gonserowski

27. August 2007

Herzlichen Glückwunsch


Zwillingsäpfel an meinem Baum

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Zwilling.

Deine Annette

26. August 2007

Dialog-Gedicht


(c) Annette Gonserowski u. Claudia Ackermann

Seltsame Blüten

Aus dem Stegreif heraus
mache ich dir Angebote
singe dir ein Lied
schreibe dir ein Gedicht

Der Herbst in mir
treibt seltsame Blüten.

(c) Gerhard Rombach

Kenne ich Dich

Deine Worte
sind mir vertraut,
Wenn sie nahen,
empfange ich sie
mit offenen Sinnen,
sie füllen Nischen,
geben meinem unruhigem Herzen
ein Gleichmaß.

Dein Bild
umrahme ich
mit meinen Augen,
taste es ab,
vorsichtig,
Wimpernschlag
um Wimpernschlag,
bis es mir vertraut ist
und in mir.

Dich messe ich
an Deinen Worten,
Dich erkenne ich
nach Deinem Bild,
Du bist mir vertraut.

Kenne ich Dich?

(c) Annette Gonserowski

Dialog-Gedicht


Kierspe-Dorf im Schützenfest-Schmuck

Trist

Mir ist oft als
brauchte ich Dich
um atmen zu können
um leben zu können

Mir ist oft als
ob ich mich an Dich
erinnern könnte
Dich lieben könnte

Dann ist alles
wieder hoffnungslos
und trist.

(c) Gerhard Rombach


Weg

Uns ist die Hoffnung
gegeben
und der Mut voranzuschreiten.

Uns ist die Erinnerung
gegeben
und das Vergessen.

Uns sind die Menschen
gegeben,
die Tiere und die Pflanzen.


Uns ist die Liebe
gegeben,
um ihnen zu begegnen.

(c) Annette Gonserowski

25. August 2007

Kierspe-Zyklus VIII




Rückkehr

Aus der lichten Stadt
am Ufer des Rheins
fuhr ich in die Berge
mit Leichtigkeit,
ließ zurück
das fröhliche Treiben,
kehrte heim
in das Dunkel
der Wälder
in mir.

24. August 2007

Kierspe-Zyklus VII



Höferhof


Kindheit

Erinnern
der endlosen Sommer,
der nie endenden Stunden,
der unendlichen Zeit.

Lebendig
die Zwerge im Baumstamm,
die Bambies im Wald,
die Märchen in heimlichen Hütten im Dornbusch.

Nicht vergessen
die schützenden Arme der Mutter,
die wärmende Stimme des Vaters,
die tiefe Geborgenheit.

(c) Annette Gonserowski
1987

Dialog-Gedichte




So selbstverständlich

Manche Tage ist alles
so selbstverständlich und
braucht keiner Erklärung

Warum du bei mir
geblieben bist
oder warum du mich
verlassen hast und
warum die Erde sich dreht

Manche Tag ist alles
so selbstverständlich

Oder warum ich immer noch
lebe und Gedichte für
dich schreibe

(c) Gerhard Rombach


Chaos-Tag

Es gibt diese Tage,
da ist unsere Welt
außer Angel und Band.

Da heulen Orkane,
da klatschen die Regen
da ist nichts mehr, wie es mal war.

Dann suche ich Zuflucht
verberge mich hinter den Sätzen
und glaube den Silben kein Wort.

Es gibt diese Tage,
da rast das Herz und die Welt,
nichts kann sie halten.

Nur die Gedanken, flüchtende Seelen,
halt ich mit den Händen,
rette sie für Dich über den Tag.

(c) Annette Gonserowski

23. August 2007

Kierspe-Zyklus VI

´
Kerspetal im Sauerland


Strand in Els Poblets an der Costa Blanca



Heimat hier und dort

Hier bin ich daheim,
setzte behutsam meinen Fuß
auf rutschigem Boden,
am springenden Bach.
Vorsichtig noch
öffne ich Mantel und Herz
nach diesem Winter
atme befreiend
in die abendfrische Luft.
Weißdorn und Heckenrosen
in knospiger Blüte
harren des Frühlings,
der kleine Falke,
Gefährte des Jahres,
jagt über mir
beim Klang der Heimatglocken.


Hier bin ich angekommen,
setze vorsichtig meinen Fuß
auf rollenden Stein,
auf sandigem Boden
am rauschenden Meer.
Vorsichtig noch
öffne ich mich
Herzschlag um Herzschlag
lasse die Seele
fliegen
mit Möwen und Salzwind,
atme ein
Oleander und Jasmin,
begrüße den Freund,
der mich annahm
mit fremder Sprache.

(c) Annette Gonserowski

Kierspe-Zyklus V


Höferhof vom Padberg aus gesehen

HÖFERHOF

Du kleiner Ort
im Wiesengrün,
im Himmelblau,
im Regenschwer,
im Nebeltal.

Du Nachbarschaft,
Du Plaudertasche,
Du Kennen,
Wissen
und Verstehen.

Du Alt und Neu,
Du Jung und Alt,
Du Himmel, Heimaterde.
Hier kann ich wurzeln,
kann ich leben.

© Annette Gonserowski

22. August 2007

Kierspe-Zyklus IV




Die alte Turnhalle


Wieder daheim

Heute
richte ich mich ein
in meiner Stadt,
lasse mich von ihrer Enge
umarmen,
schmiege mich in das Dunkel
der nächtlichen Straßen,
berühre mit sanften Fingern
den bröckelnden Putz,
lege an Mauerritzen
mein Ohr,
höre die Sprache
der Menschen,
die mich lieben.

(c) Annette Gonserowski

21. August 2007

Kierspe-Zyklus III


Weg von der ehem. Turnhalle ins Dorf

Sonnentag

Heute nimmt die Sonne
den Straßen die Enge,
macht Mauern leicht
im strahlenden Licht.
Heut endet der Blick nicht
an Hügeln und Bergen,
heut heben Gedanken
sich weit über die Grenzen,
heut schlägt das Herz
freier ins Blau.


(c) Annette Gonserowski

20. August 2007

Mein neustes Aquarell


Kierspe-Zyklus II





In "meiner"alten Schule
Gleiche Räume, neue Gestaltung

Kierspe

Du kleine Stadt im Kerspetal,
was bist Du mir?

Du bist mir Kindheit
in den Wiesenauen,
bist Spiel am Bach,
bist Unbekümmertheit und Freude.
Zwischen Mädesüß und Schmetterling
wurd mein Lachen nicht verweht,
nicht Glücklichsein,
es blieb im Wiesengras
und mischt sich nun mit neuem Kinderlachen.

Du bist mir Stille
in der Kirche,
die in des Dorfes Mitte steht,
bist Andacht, Glaube und Erwartung.
Hier bist Du das,
was in den Spähren schwingt,
ungreifbar, spürbar, transzendent.
Hier bist Du Wunsch nach Frieden,
bist Bleibenwollen, Wissen vom Vergehn.

Du bist mir Lernen
in der Schule, sie steht dort droben an dem Hang,
bist Eifer; Neugier, Wissbegier.
Hier trieben Wurzeln,
aus denen Triebe in das Leben rankten,
an denen ich mich hangle, lebenslang.
Hier gab man mir das Korn,
das in mich sank und keimte,
aus dem die Worte sprudeln.

Du bist die Unrast
auf den Wegen,
die durch das Dorf und aus ihm führen.
Hier lauschte ich der gleichen Sprache,
sah Menschen kommen, bleiben, gehen.
Ich sah Vertrautes und vertraute.
Hier war nichts fremd, was mir begegnete,
doch vieles wurde mir fremd,
als ich in der Ferne war.

Du bist mein Elternhaus,
die Wiege meines Seins.
Hierhin wurde ich geboren,
hier wuchs ich auf mit Jung und Alt,
hier lernte ich leben.
Hier wurde es vorgelebt,
was mir zueigen wurde:
lieben, achten Mensch und Tier,
hier wurde ich geliebt, bedingungslos..

(c) Annette Gonserowski

19. August 2007

Kierspe


Bank am Waldrand im Wienhagen


Blick von der Bank auf Kierspe

Wienhagener Aussichtsturm


Birkenwäldchen vor dem Aussichtsturm

18. August 2007

Kierspe- Zyklus I




Kierspe im Tal


Was ist Du mir?

Du bist das Raunen
in den Zweigen,
das ich im Werden schon vernahm,
Du bist der Wind im Blatt
und Regen auf dem Feld.
Du bist des Baches Wellenspringen,
das mich an fremde Orte trägt,
wenn ich am Ufer weile.
Du bist die Stille in der Kirche,
bist Transzendenz, Inspiration.
Bist Abendlied aus Muttermund,
der Amselruf schon in der Nacht.
Du bist Vertrautes und Vertrauen,
bist Sprache, die hier rauer klingt.
Du bist das Flüstern hinter Ecken,
das der Wind herüberweht.
Du bist die Sehnsucht nach der Ferne,
in der Ferne sehn ich mich nach Dir.
Du bist die Liebe meiner Lieben,
Geborgenheit und Altvertrautes,
Du bist die Enge in der Weite,
bist um mich her, bist tief in mir,
ich bin in Dir.


(c) Annette Gonserowski

15. August 2007

Freundschaft

Besuch mit Freunden bei der Freundin mit Freunden

Dies sind Freunde,
Deine, meine, unsere.
Dies sind die Menschen,
die uns annehmen,
mit all unseren Menschlichkeiten,
mit all unserer Unvollkommenheit.
Dies sind die Menschen,
die uns vertrauen,
denen auch wir vertrauen,
wo wir sein können,
wie wir sind,
die sich auch öffnen,
in all ihrer Verletzlichkeit.
Wir alle sind Freunde,
die sich achten
und lieben.

(c) Annette Gonserowski

13. August 2007

Unterwegs


bei Frankfurt

Schau, Freund,
die Schwäne!
Sie fliegen über unseren Weg,
sie fliegen zum Ende
des Tages,
verschmelzen mit Wolken
und der Sonne,
versinken mit ihr
in der Nacht.
Schau, Freund,
die Schwäne,
sie sind in unseren Träumen.

(c) Annette Gonserowski

11. August 2007

Geschenk


Mitbringsel meines Freundes: Bon bons

Ich berühre
Deine Hände,
berühre mit meinen Händen
Deine Gabe,
berühre die Köstlichkeit
mit meinen Fingern,
mit meinen Lippen.
Sie berührt mein Inneres,
sie berührt meine Seele,
diese Köstlichkeit,
Deine Freundschaft.

(c) Annette Gonserowski

10. August 2007

Reise




Rosen meines Bruders


Nach Mitternacht
verläßt Du diese Welt
aus Träumen,
schlafwandelnd noch
gehst Du durch die dunkle Nacht,
Herzschlag um Herzschlag
erwachend,
hin zu dem aufgehenden Licht.
Mit jedem Strahl
füllt die zärtliche Sonne
Deine Träume
mit schillernden Farben,
bringt sie zu Dir zurück.

(c) Annette Gonserowski

7. August 2007

Träume tauschen

Laß uns die Träume tauschen,
von blühenden Wiesen,
von duftenden Blüten,
von brandenden Wellen,
vom Prickeln der Haut,
von klopfenden Herzen,
von strahlenden Augen,
von Wärme,
von Nähe,
und die Sehnsucht spüren,
ungestillt.

(c) Annette Gonserowski

5. August 2007

Ein Gedicht von Shane Muda




Man kann uns oft töten

Man kann uns oft töten
einzig und allein deshlab,
weil wir nicht töten können;
einzig und allein deshalb,
weil wir eine weiche Seele haben,
die liebkost werden möchte.

(c) Shane Muda


Wie wahr....