Eigene Lyrik, Fotos und Bilder




Dieser Blog wird durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach archiviert.








26. August 2009

Im Jagdrevier





4 Hochsitze und Schießstände im gleichen Revier wie die 5 nachstehenden:






Diese 5 Hochsitze und Schießstände stehen auf einer Strecke von ca. 400 Metern an unserem täglichen Spazierweg.
*
*
Über der Waldwiese
der steichelnde Wind,
Gräser wiegend Abendlicht.
Stille -
kein Knistern im Unterholz,
nirgends ein äsendes Wild.
Am Saum der Wiese,
am Waldrand,
am Ende des Feldes
die Hochsitze.
Über den Spuren des Wildes
wächst Farn.

(c) Annette Gonserowski

25. August 2009

Am Tag nach dem Schützenfest






Vom Wind verweht
der Rauch des Böllers vom Zapfenstreich,
die Straße reingewaschen
vom Regen.
Über den Wegen
noch grün-weiße Fähnchen,
am Straßenrand
geschmückte Birken.
Auf dem Gehweg
das verlorene Geldstück,
in der Gosse
der Bierdeckel
mit dem vergessenen Namen.

(c) Annette Gonserowski

23. August 2009

Reisegeschenke


für Andreas und Christophe

Ihr schenkt mir
die Bläue des bretonischen Himmels,
malt mit filigranen Worten
Lichtspiele der Domfenster
in meine Augen,
holt die Kirche vom Hügel
in Laonne in mein Tal
und die Rosette der Kathedrale von Reims
an meine Wand.
Ihr bringt mir Bilder
von fremden Städten
und Freundschaft
über die Worte hinweg,
dass ich fröhlich bin
und lächle
mit dem Engel der Kathedrale von Reims.

(c) Annette Gonserowski

17. August 2009

Metamorphose


Aus Frankreich
...gleichermaßen köstlich!

Früchte des Landes



für Annette und Jean Paul
*
*
Ihr schenkt uns
die Früchte Eures Landes,
mit ihnen Euren sähenden Frühling,
den reifenden Sommer,
die Ernte des nahenden Herbstes.
Wir, voller Dank,
bewahren sie für den Winter
und denken an Euch!

(c) Annette Gonserowski

14. August 2009

Ungerecht



Es ist die Ungerechtigkeit,
sagst Du,
die krank macht.
Einfach nicht hinsehen,
einfach überhören.
Es würde nach innen gehen,
es ändert ja nichts.

Doch,
wo soll ich hinhören,
wohin soll ich schauen?
Ich höre und sehe:
wir alle sind krank,
die Welt ist an uns erkrankt
und wir
ändern nichts.

(c) Annette Gonserowski

13. August 2009

Begegnung am Weg


Irgendetwas
sprang über,
unter den Augenbrauen hinweg,
aus den Augen,
dem lächelnden Mund.

War es
der Blick,
war es
das Lächeln,
war es
die Stimme,
die schwang?

(c) Annette Gonserowski

12. August 2009

Nicht vergessen


Nicht vergessen,
die Zeiten,
nicht vergessen
den Tag
und die Stunde.
Nicht vergessen,
an Dich zu denken.

(c) Annette Gonserowski

11. August 2009

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag


Liebe Erika,

von ganzem Herzen wünsche ich Dir alles Liebe zu Deinem Geburtstag und für das kommende Lebensjahr für jeden Tag ein kleines Lächeln.

Ich freue mich auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen!

Liebe Umarmung!
Deine Annette

3. August 2009

Rufe


Ich misstraue
den Ohren,
mißtraue
den Augen,
vertraue
den Worten,
rufe laut
in die Stille
des Schweigens.

(c) Annette Gonserowski

2. August 2009

Nach dieser Zeit


Und träfen wir uns wieder
in neuer Zeit,
wäre die Stunde
die gleiche,
wäre der Raum
der gleiche,
die Möbel,
das Licht,
so wären wir
andere geworden,
fremd,
nach dieser trennenden Zeit.

(c) Annette Gonserowski

1. August 2009

Mein liebstes Cousinchen und ich


Heute zeigte mir meine Cousine ein uraltes Foto.
Es ist so schön, dass ich es in den Blog stelle.
Ich sitze vergnügt auf ihrem Schoß.
Die innige Vertrautheit, die aus dem Bild spricht, ist bis heute geblieben.

28. Juli 2009

Zum Tod einer Nachbarin



Wir waren uns nie sehr nah,
dachten nicht die gleichen Worte,
sprachen nicht die gleichen Wörter,
lebten in unserer eigenen, kleinen Welt.
Doch unsere Nachbarn waren dieselben,
aus denselben Fenstern
sah man unseren Weg.
Du kamst vor mir,
Du gingst vor mir,
ich vermisse Dich.

(c) Annette Gonserowski

25. Juli 2009

Abschied


Graffiti in Denia
*
*
Sich dem Abschied
nähern,
ihn denken,
Wort für Wort,
ihn schmecken
auf Zunge und Lippen,
ihn spüren
in Gesten, im Herzen.
Ihn atmen,
ihn sprechen,
ihm nähern,
entfernen.

(c) Annette Gonserowski

23. Juli 2009

In der Bundeskunsthalle


Einen Lieblingsplatz finden
inmitten der fremden Wände,
inmitten der fremden Menschen.
Diesen Lieblingplatz finden,
fremd unter dem fremden Licht.

Deinen Lieblingsplatz
finden, Fremder,
mich einrichten in ihm,
Fremde wie Du,
fremd bleiben.

(c) Annette Gonserowski

In der Bundeskunsthalle in Bonn ist eine Ausstellung des Winterthur Museums, das wegen Umbaus ausgelagert wurde. Dort ist u.a. die Installation "Lieblingsplätze " (Favorite places no. 6) von Pedro Cabrita Reis, die man als Besucher betreten darf und somit Teil des Kunstwerkes wird. :-))

21. Juli 2009

Wort


Dieses eine Wort
suchen
und finden

es denken
wieder
und wieder

es Dir sagen
Silbe
für Silbe

bewahrend.

(c) Annette Gonserowski

19. Juli 2009

Mit Freunden


für M + G

Wenn der Blick
erwidert wird,
Worte nicht
im Nichts verhallen,
wenn Verstehen
auf Verstehen trifft,
Vertrauen
Fesseln von der Seele löst,
dann
beginnst Du
DU
zu sein.

(c) Annette Gonserowski

Lorraine


Wie schön
dieses Land
unter der frühen Sonne,
die Schatten der Bäume
unter den Blättern,
die Kühe,
die Pferde,
die Felder mit reifender Frucht.
Wir fahren vorbei
auf unserer Reise.

(c) Annette Gonserowski

15. Juli 2009

Ferienanfang




Im Minutentakt
steigen sie auf
zwischen den Vögeln,
zwischen den Wolken,
heraus aus dem Horizont.

Wir,
verwurzelt
mit Sträuchern und Bäumen,
fliegen ihnen nach
mit unseren Blicken.

(c) Annette Gonserowski

14. Juli 2009

La Jonguera, la Frontera


Der alte Olivenbaum an der spanischen Grenze
Vor den Pyrennäen
verfing sich der Meerwind,
zurrte an den Blättern
der alten Olive,
fuhr durch Haare und Kleidung,
trieb uns
über die Grenze.

(c) Annette Gonserowski

13. Juli 2009

Abschied von Inge


heutiger Sonnenuntergang


Heute erfuhr ich, dass Inge, mit der ich eine Woche das Zimmer im Lüdenscheider Krankenhaus teilte, verstorben ist. Ich bin traurig. Ich möchte die zwei Gedichte, die ich während dieser Zeit schrieb, als Erinnerung an einen liebenswerten, tapferen Menschen veröffentlichen:

Noch einmal
die Welt herein holen,
die vergangene
vor unserem Fenster:
die tiefblauen Nächte,
die Sternschnuppen
und jeden unserer Wünsche.

Noch einmal
die Welt hervorholen,
die vergangene
in unserem Herzen:
die Menschen,
die Schemen,
das Licht,
flirrende Schatten
und endlich,was blieb:
die Sehnsucht.

(c) Annette Gonserowski


für I.St.

In diesem Zimmer
bleiben,
als ob die Welt dann
draussen bliebe:
der Tod
jenseits des Flures,
der Schmerz,
die Angst.

In diesem Zimmer bleiben,
diesseits des Flures,
und bitten
beim Eintritt eines Jeden,
dass er Nachricht bringe,
gute,
aus der Hoffnung.

(c) Annette Gonserowski

12. Juli 2009

Abschied


Schattenspiel
Dalassen
die liebe Palme,
ich umarme sie zum Abschied,
den Duft des Jasmins,
er ist ja in mir,
die filigrane Spiegelung der Sonne,
sie leuchtet in Deinen Augen,
die Hitze des Südens
auf meiner Haut.

(c) Annette Gonserowski

11. Juli 2009

Aktmalkurs


Beim Blick in den Spiegel
sah ich mich morgens
schonungslos,
offen
und nackt,
sah die Hülle,
die Verletzliches schützt,
sah das Herz
unter dem Heben
und Senken der Brust,
wie es wild und erschrocken schlug,
sah den Schoß,
der noch schlummerte
hinein in den Tag,
sah meine Augen,
die noch träumten von Dir,
sah sie erwachen.

(c) Annette Gonserowski

Heute war ich im Kurs "figürliches Zeichnen" in der Malschule meiner Freundin Claudia Ackermann. (siehe: http://malschule-palette.blogspot.com/)
Es war spannend, nach einem *lebenden* Model zu malen.

U.a. entstand dabei meine Skizze.

10. Juli 2009

Suche


Soviele Bücher
gelesen,
so viele Zeilen
durchstöbert
nach diesem neuen Wort.
Ich fand viele bekannte
und fand
viele gleiche.
Doch heute,
es erwachte der Morgen,
da fand ich ein neues:
es erzählte von Dir.

(c) Annette Gonserowski

8. Juli 2009

Im Hotel


An den Nebentischen
meist Ältere,
auf der Reise
der Jugend zuvor.

Sie schauen
ins Leere,
mustern mich
schweigend.

Auch ich
schaue,
schweigend,
greife zum Stift.

(c) Annette Gonserowski

7. Juli 2009

Im Jalón-Tal


Im Jalón Tal

In der Bodega
am Tisch neben uns
die englische Sprache.

Nach all diesen Jahren,
die Haare der Frauen
geföhnt zu Dianas Frisur.

Diese überlebt jede Mode,
überlebt diese Liebe,
überlebt ihren Tod.

(c) Annette Gonserowski

4. Juli 2009

Stille




Diese umarmende Stille:
zärtliches Streichen des Windes
durch Palmblätter,
weiße Wolkenflügel am Himmel.
Die Minuten so langsam,
fern und ferner
der Alltag.

(c) Annette Gonserowski

2. Juli 2009

Coll des Rates




Tief unten das Tal,
fern
die Stimmen,
die Autos,
das geschäftige Treiben.

Hier
nur der Wind,
leise und zärtlich
trägt er hinauf
den Glockenton.

(c) Annette Gonserowski

1. Juli 2009

Meerwind


Der Wind
brachte die Wellen
ans Ufer,
strich über das Land,
kühlte das Wasser des Pools.

Da verstummten die Stimmen.
In Ruhe und Stille
lauschte ich
von ferne
dem Branden der Gischt.

(c) Annette Gonserowski

30. Juni 2009

Vaccaciones



Heute rennen die gemächlichen Stunden:
nach dem Erwachen,
dem baldigen Mittag,
verträumt die Stunde
unter Palmenrascheln,
versunken
in die Zeilen des Buches,
erinnert an Dich
im sinkenden Licht,
geträumt von Dir
in der Nacht.

(c) Annette Gonserowski

29. Juni 2009

Bilder




Bilder, die bleiben:
die verwitterten Gesichter der Bauern,
sie bieten uns die Früchte am Straßenrand,
die ruhenden Arbeiter
unter den weitausladenden Zweigen
des Eukalypthusbaumes,
Du mir gegenüber
im Patio der kleinen Bar,
in den Gläsern perlende Lichtspiele,
das Schattenspiel des Jasmins
auf Deinem Lächeln,
zu unseren Füßen,
mit langgestreckten Pfoten,
unser kleines Glück.

(c) Annette Gonserowski

28. Juni 2009

Um die Mitte




Blumen in den Dünen am Sandstrand Deveses


Um meine Mitte
jagt sich mein Ich:

das liebe, böse,
gescheite, dumme,
verstehende, hassende,
geduldige, ungeduldige,
faule, fleissige,
stille, laute,

bis in den erlösenden Schlaf.

(c) Annette Gonserowski

27. Juni 2009

Mein Schatten



Im Licht der Sonne
ist er mir nah,
vorne,seitlich,hinter mir,
mal groß,mal klein,
bevor er eingeht in die Nacht,
während ich weile
in eilenden Stunden,
mein Schatten.

(c) Annette Gonserowski

25. Juni 2009

Panik


für unsere kleine Gipsy

In dieser Nacht,
die dunkel war
und fremd,
in der die Enge
des Raumes
nach Dir griff
mit allen vier Wänden,
die Decke auf Dir niedersank,
kam die Panik zurück
und die Erinnerung,
an den Tag,
an dem man Dich allein ließ
und zurück
im fremden Käfig.

(c) Annette Gonserowski

Anmerkung: Auf der Reise in den Süden wurde unsere kleine Hündin panisch, als wir nachts im Hotel das Licht löschten.

24. Juni 2009

Mit den Fischen




In wogenden Wellen
die Häuser vergessen,
bunt stehen sie vor dem Orangenhain,
die Menschen vergessen
vom Strand,
den Fischer vergessen,
der seine Angel wirft
im silbernen Augenblick.
Mit den Fischen
fliehen,
aufs Meer.

(c) Annette Gonserowski

23. Juni 2009

Aus maurischen Zeiten



Aus dem Jalon-Tal heraus Richtung Gata de Gorgos

An den Hängen
Terrassen
mit stützenden Mauern
aus Stein.
Verbrannte Bäume,
verlassene Finkas,
verfallene Häuser,
vergessene Namen,
vergangene Zeit.
Dazwischen
die verlässliche Erde,
rot und fruchtbar.

(c) Annette Gonserowski

22. Juni 2009

Auf Reisen




Die Bilder
aufnehmen:
die Sonne,
die hinter dem Hügel sinkt,
die Wolke,
die sich auflöst
in meiner Pupille,
die Allee
hin zum Gut,
schon wieder aus meinem Blick.
Die Bilder
aufnehmen,
flüchtig wie ich,
auf meiner Reise.

(c) Annette Gonserowski