Eigene Lyrik, Fotos und Bilder




Dieser Blog wird durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach archiviert.








13. Juli 2026

Erinnerunf´g an einen Dichter

 

 



Ich möchte über eine Begegnung erzählen. Genauer: über einen Dichter.

Ihm begegnete ich bei den „3.rd international Poetry days“ in Famagusta auf Nordzypern.


Zum zweiten Mal war ich zu einem Lyrikertreffen auf die Insel eingeladen worden. Waren beim ersten Lyrikfestival 16 Teilnehmer, so war es dieses Mal eine überschaubare Zahl. Es waren ein Lyriker aus Mazedonien, einer aus Italien, die Organisatorin aus Zypern, eben dieser Dichter aus Ankara über den ich schreiben möchte, und ich. Wir fünf füllten das umfangreiche Programm dieses Treffens. Wir lasen unsere Poesie im „Rauf Raif Denktas Kültür ve Kogne Sarayi“ mit und vor weiteren Schriftstellern und Schülern. Auch in der Eastern Mediterranean University in Famagusta brachten wir unsere Poesie den Studenten und Professoren nahe, sprachen mit ihnen darüber, übersetzt durch Beste Sakalli, die dieses Treffen zum wiederholten Mal ins Leben gerufen hatte. Beste Sakalli ist eine preisgekrönte Lyrikerin, die lange Zeit eine eigene Poesie-Sendung im TV hatte.
Nun zu dem Dichter aus Ankara, Ahmet Telli. Ein stiller Mensch, wie viele Dichter es sind. Wir, die Lyriker – und ich schließe mich da ein - reden weniger über unser Innenleben, wir schreiben es uns oftmals von der Seele.
Ahmet Telli sprach ausschließlich türkisch, ich deutsch. Wir hatten keine gemeinsame Sprache, in der wir uns austauschen konnten. Und doch gehören die gemeinsamen Zeiten zu zweit zu den schönsten Erinnerungen. Zum Beispiel die Frühstücke, die wir als Frühaufsteher gemeinsam miteinander verbrachten.ten Erinnerungen. Wir verstanden uns über die Blicke unserer Augen und unser Lächeln. Er brachte mir Köstlichkeiten vom umfangreichen Frühstücksbüffet an den Tisch, die ich offensichtlich unbedingt probieren sollte. Ich füllte seine Tasse mit duftenden Tee. Lächelnd und still. Dieses Lächeln sagte alles: Verstehen, Nähe und Wertschätzung.
Beim Erkunden der geteilten Insel war er oft an meiner Seite, auch beim Empfang beim Bürgermeister von Famagusta, ruhig und zurückhaltend. Natürlich lasen wir gemeinsam. Ich mochte den Klang seiner Stimme, wenn er seine Gedichte vortrug, deren Inhalt ich nicht kannte, aber spürte.
Am Abreisetag war mein Rückflug für 7.00 Uhr morgens geplant, was bedeutete, das ich viel früher am Flughafen sein musste. Er bestand darauf mich zu begleiten. Er ließ mir sagen, dass er es nicht möchte, dass ich allein zu dieser Zeit im Flughafen sein müsste.

So wartete er mit mir gemeinsam um 4 Uhr auf den Abholdienst zum Flughafen,
Er war behilflich beim Einchecken, begleitete mich in den Dutyfree-Shop und empfahl mir den „besten türkischen Raki“, den ich meinem Mann mitbringen wollte.
Er hat mich durch seine liebenswerte Art berührt, ohne auch nur eines seiner Gedichte verstanden zu haben. Aber die Art seinen Vortrags, die war wunderbar.
Was er mir sagen wollte, habe ich sehr wohl verstanden.

 

Heute erhielt ich die Nachricht von seinem Tod und eines seiner Gedichte.

 

Indem ich über ihn und unsere Begegnung berichte, möchte ich ihn ehren und ihm danken. Aber ich möchte auch deutlich machen, wie bereichernd und glücklichmachend die Begegnung und der Austausch mit Gleichgesinnten ist.
 
Hier das Gedicht von Ahmet Tiller:
 
"Bei diesem Regen vermisse ich dich
Hier regnet es

Es regnet seit Tagen ununterbrochen.
Doch komm trotzdem mit dem ersten Bus.

Ohne deinen Regenschirm.

Sanft zeichne ich dein Gesicht nach
auf den beschlagenen Fensterscheiben –
und dein Gesicht verwandelt sich
in einen Regentropfen

und fällt auf die Blätter. 



 

Dann müssen wir gemeinsam gehen,
du und ich;

wir müssen hinaus auf die Straßen und Alleen treten.

Vielleicht ist es die Liebe,
die die Erinnerung an diese Stadt zurückbringt.

Es regnet hier, doch du –
komm trotzdem ohne deinen Regenschirm.

Dieser wilde Wolkenbruch lässt mich dich vermissen;

er lässt mich dich vermissen - klatschnass -, weißt du? 



 

Selbst Rosen vermögen dieses lange,
dunkle Schweigen der Stadt nicht zu brechen;

Die Straßen verlieren ihre Erinnerungen,
die Lichter der Boulevards werden geschäftsmäßig,

und auch die Geschichte stottert bisweilen –
Denn die Liebe ist es, die es dann weiß;

und Liebe gleicht dem Gehen,
dem Hören auf das Kommen der Vögel.

Wenn wir das Gedächtnis dieser Stadt sind,
wenn wir die Lieder sind, die sie vergessen hat,

dann müssen wir –

unseren Schmerz der Obhut einer Rose anvertrauend –
sie uns alle ins Gedächtnis rufen,

eines nach dem anderen. 



 

(C) Ahmet Tiller"

Die Leerzeilen in den einzelnen Strophen sollen nicht sein. Die Konfigurierung kann ich leider nicht ändern.



 

6. Juli 2026

Melonensommer

 


 

Melonensommer,
nennen wir ihn,
in dem die Hitze
über dem Land liegt,
die Sonne jeden Winkel durchflutet,
die Früchte reifen auf den Feldern.

 

Melonensommer,

in dem wir den Schatten suchen,

uns Melonen reichen,

eisgekühlt,

saftig und süß.

 

Melonensommer,
in dem wir beisammensitzen,
vertraut und nah,
um die Zeit wissen,
die verrinnt,
glücklich sind.

 

(c) Annette Gonserowski 

 

Anmerkung: Die Leerzeilen bei der 2. Strophe sollen nicht sein. Aber das Programm macht sie leider automatisch. Ich kann die Formatierung im Moment nicht ändern.

 

25. Juni 2026

Kaligramm im niederländischen Schulbuch



 

 



 

Kürzlich erhielt ich ein Belegexemplar des niederländichen Schulbuchs "TrabiTour". Hierin ist mein Kaligramm abgebildet. 

24. Juni 2026

In der CN


 

Veröffentlichung in der CN


 

Veröffentlichung in der CBN

Da ich längere Zeit nichts veröffentlicht habe, veröffentliche ich in nicht cronologischer Reihenfolge in der Zwischenzeit entstandene Texte.

Die Costa-Nachrichten veröffentichen immer wieder meine Werke. Sie ist größte deutschsprachige Wochenzeitung auf Spaniens Festland.
 

17. Februar 2026

 



Im Café


Sonnenstrahlen

fluten das Fenster. 

Die Kälte bleibt draußen 

und der Wind.


Unsere Blicke

berühren einander

über die Rose hinweg.

Wir lächeln,

genießen Kuchen und Kaffee,

genießen einander,

die Zweisamkeit,

das leise Schwingen

inmitten des Geplauders

von Nachbartischen,

in diesem kleinen Café


               (c) Annette Gonserowski 


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31. Dezember 2025

Alles Gute zum Neuen Jahr

 


 

 

Reisegeschenke

  

Ich schenke Dir

die Festung

rechts von unserem Weg,

den Wellenschlag,

beim letzten Blick aufs Meer,

die flachen Nebel,

die über dem Wasser zieh‘n,

den letzten Sonnenstrahl

bevor er hinterm Berg versinkt.

 

Ich schenk Dir auch

des Abends ersten Stern,

den letzten Glockenschlag,

bevor das Jahr sich neigt,

den Vogelschrei

im fahlen Morgenlicht

und den Gedanken,

der beim Erwachen mich durchstreift….

 

© Annette Gonserowski

geschrieben vor Jahren an Sylvester während der Rückfahrt von Spanien nach Deutschland. Wir stießen im Hotel in Villefrance sur Lyon auf das neue Jahr an. Ich schrieb das Gedicht und mein Zwillingsbruder malte das Aquarell

 

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