Eigene Lyrik, Fotos und Bilder




Dieser Blog wird durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach archiviert.








10. Januar 2009

Augenblick mit meinem Paten*kind*


Anja
(meinem Patenkind)

Du kamst zu mir
wie ein Blütenzweig
in tiefstem Winter:
so unverhofft,
so zart,
so wunderschön.

Ich liebe Dich,
wie ein alter Baum
die jungen Triebe liebt:
mit ihren prallen Knospen,
frischem Grün
und neuem Licht.

Ich möchte
Dich auf Deinem Lebensweg begleiten:
bei Frühlingssonne,
Sommerwinden,
gerne noch
im Herbst ein Stück.

1983
(c) Annette Gonserowski

Häuser am Meer


Fischerhäuser in Denia/Las Rotas
Der Traum einer lieben Freundin ist es, in einem Haus am Meer zu leben, bei Sturm und tosender See auf der breiten Innenfensterbank zu sitzen, zu lesen oder auf das Meer zu schauen.
Die Fenster zeigen den Blick aus dem Fenster eines dieser Häuser auf das Meer.
Diese Impressionen sind für Dich......

Worte




Worte
wie Wellen,
die kommen und gehen,
aus dem Traum,
aus dem Wachen.

Worte wie Wellen,
die berühren,
das Leben,
das Sterben.

(c) Annette Gonserowski

9. Januar 2009

Reisegedicht: Pappeln


Heut lügen sie nicht,
die geschwätzigen Pappeln,
vom lieblichen Wind.
Heut beugen sie sich
im tosenden Sturm,
er fegt durch die
Zweige.
Heut lügen sie nicht,
die Pappeln im Sturm,
heut ächzen sie laut
im Knistern der Palmen.

(c) Annette Gonserowski
Kürzlich erzählte mir ein Surfer, dass er oft im Haus den Blättern lauscht, um zu bestimmen, wie der Wind ist. Auf Pappeln verläßt er sich nie, weil sie schon beim leisesten Lufthauch vom Wind erzählen.

8. Januar 2009

Reisegedicht: Vergessen


Im Vorbeifahren: der Montserrat
Bei Barcelona

Ich hab Dich erkannt
an Deinen bizarren Zacken,
Deinen Höhen und Tiefen.
Ich hab Dich geliebt,
ich hab Dich vergessen,
erinnerte mich
voller Gleichmut,

fuhr fort ohne Bedauern.

(c) Annette Gonserowski

7. Januar 2009

Reisegedicht: Festhalten




Festhalten
die schlanken Bäume,
Reihe an Reihe,
das Licht durch blattlose Zweige,
den Schatten auf blättrigem Boden.
Festhalten
den Blick im Vorbeifahren,
den Augenblick.

(c) Annette Gonserowski

6. Januar 2009

Reisegedicht: Weg








für D.

Diesen Weg gehen,
steil führt er bergan,
voller Steine und Biegungen
an atemlosen Tiefen.
Diesen Weg gehen
und ankommen,
dort, wo Du warst.

(c) Annette Gonserowski

5. Januar 2009

Reisegedicht: Im Vorbeifahren


Dezember 2008

Sommer 2008

Ich suche
den Tag und die Stunde,
den Ort,
darüber die Wolken,
die Sonne,
den geschmolzenen Schnee,
den Baum
und den Schatten,
darunter,
tief bei den Wurzeln,
das Wort,

das uns glücklich sein ließ.

(c) Annette Gonserowski

4. Januar 2009

Reisegedicht: Frischfleisch

























Auf der Reise
von Osten
nach Süden
an diesem kürzesten Tag.

Mädchen,
mit Haaren
so lang, wie die Beine,
so schlank,
wie die Zypresse im Morgenlicht,
so biegsam
wie die Palmwedel
im heutigen Sturm.
Mädchen
mit Augen voll Neugier,
mit Augen voll Träume,
in Obhut der drahtigen Männer.

Mädchen
auf dieser Fahrt in den Süden,
auf dieser Fahrt
in die längste Nacht.

(c) Annette Gonserowski


Auf meiner Reise nach Spanien sah ich beim Frühstück im Hotel in Südfrankreich die Mädchen, die voller Hoffnung reisten, während mich ein schlimmer Verdacht beschlich, der mich entsetzte und fassungslos traurig machte.
Ich wünsche, dass alles ganz anders ist.

15. Dezember 2008


Unausgesprochen


Unausgesprochene Worte
unter dem Schnee,
auf dem Schnee
der Harsch der Zeit.
Lausche dem Hall
unter den Füßen,
lausche
dem knirschenden Schweigen.

(c) Annette Gonserowski

11. Dezember 2008

Winter


Durch den Nebel
zieht weiß der Rauch
und der Duft
von lodernden Scheiten im Kamin.
Jetzt diesen Weg gehen,
Schritt für Schritt
unter den stillen Bäumen,
mit den Vögeln schweigen
unter den Ästen.

(c) Annette Gonserowski

8. Dezember 2008

Gesagt


Eile dem flüchtigen Wort nach,
frei durch die fremden Lüfte,
brauche kein Land,
brauch keine Sprache,
vergesse den Schlüssel,
das Haus und die Straße,
komme nie an.
In mir die Welt,
schillernd und bunt,
um mich herum die Freiheit.

(c) Annette Gonserowski

7. Dezember 2008

Advent




Auf dem Weihnachtsmarkt,
unter dem Lichterbogen,
inmitten der eilenden Menge,
allein.

Nah bei dem Horizont,
unter den eilenden Wolken,
inmitten der dunklen Tannen,
Dir nah.

(c) Annette Gonserowski

3. Dezember 2008

Herzlichen Glückwunsch Pawel Dydak

Pawel Dydak, der meine Gedichte in die polnische Sprache übersetzt, hat den 3.Preis des Übersetzer- Wettbewerbs " Puls Literatury 2008" erhalten.

Ich gratuliere ihm herzlich zu dieser Auszeichnung und bin sehr stolz auf "meinen" Übersetzer!


Sehnsucht

Im Morgenlicht
die erste Magnolienblüte,
in mein Erwachen hinein
das Lied der Amsel.
Erstarrt noch
in die Kälte der Nacht
meine Sehnsucht -
wortlos.

(c) Annette Gonserowski


Tęsknota

W świetle brzasku
pierwszy kwiat magnolii,
w moje przebudzenie
śpiew kosa.
Zdrętwiała jeszcze
w chłodzie nocy
moja tęsknota -
niema.



Übersetzung Pawel Dydak

2. Dezember 2008

Dank für wundervolle Tage


für Andreas, Biggi, Christophe und Gerd

An diesen Tagen,
eingesponnen
in einem Kokon
aus Wärme und Nähe,
diesen Tagen
mit verstehenden Worten,
im Reden und Schweigen
voller Vertrauen,
an diesen Tagen
fast platzen vor Glück.

(c) Annette Gonserowski

28. November 2008

Herzlichen Glückwunsch


Wir gratulieren unser Freundin Birgit herzlich zur Verleihung des Röntgen-Preises der Universität Giessen.

http://idw-online.de/pages/de/news291230

27. November 2008

Lächeln


(c) Annette Gonserowski

25. November 2008

Am Fenster


für meinen Zwilling

Noch einmal
die Welt herein holen,
die vergangene
vor unserem Fenster:
die tiefblauen Nächte,
die Sternschnuppen
und jeden unserer Wünsche.

Noch einmal
die Welt hervorholen,
die vergangene
in unserem Herzen:
die Menschen,
die Schemen,
das Licht,
flirrende Schatten
und endlich,
was blieb:
die Sehnsucht.

(c) Annette Gonserowski

24. November 2008

Im Krankenhaus


Heutiger Blick aus dem Krankenhausfenster


für I.St.

In diesem Zimmer
bleiben,
als ob die Welt dann
draussen bliebe:
der Tod
jenseits des Flures,
der Schmerz,
die Angst.

In diesem Zimmer bleiben,
diesseits des Flures,
und bitten
beim Eintritt eines Jeden,
dass er Nachricht bringe,
gute,
aus der Hoffnung.

(c) Annette Gonserowski

9. November 2008

Kein Spiel


für C.

Kein Spiel
der Flügelschlag im Sturm,
kein Messen der Kräfte
im Flug an der Spitze,
im Gleiten im Windschatten,
im Wechseln der Plätze.
Keine Botschaft für mich
im Ruf der ziehenden Kraniche,
kein Wort
im nahenden Winter.

(c) Annette Gonserowski

6. November 2008

Hennes




(c) koko - Annette Gonserowski
Hennes, der Kaltblüter unserer Freunde

5. November 2008

Steine am Ufer des Meeres


Schmeichelsteine





Zwei Steine
vom Ufer des Meeres,
salzig und glatt,
über die die Brandung tobte,
die rollten auf sandigem Grund,
halte ich
in meiner zitternden Hand.

Zaghaft ist sie geworden,
als die Stimme verstummte
und die Worte verebbten
ins Namenlose,
die sie führten
zärtlich, voll Sehnsucht
auf verlangender Haut.

Zwei Steine
vom Ufer des Meeres
fleh ich an:
gebt mir von der Wildheit
der Brandung,
gebt mir meine Stärke
zurück.


(c) Annette Gonserowski

4. November 2008

Federico


Federico und Diana bei der Siegerehrung

Alles schon geschrieben


Alles
schon geschrieben,
alles
schon gesagt,
alles,
was wir lieben,
wurde hinterfragt.
Was
ist davon geblieben?:
alles
schon gesagt.


(c) Annette Gonserowski
ca.1982

29. Oktober 2008

Leise


Leise,
um der Katze zu lauschen,
die heranschleicht,
die Wörter zu jagen
unter dem gefallenen Laub.
Diese Wörter,
die so alt sind,
seit ewigen Zeiten,
die so jung sind,
immer wieder,
weil sie vom Herbst erzählen
und von Dir.

(c) Annette Gonserowski

Nördlicher Wind



Heut bot ich dem Wind
mein Gesicht,
damit er mir streichelnd
ferne Worte
flüsternd vertraute.

Doch er kam
vom Norden,
verfing sich im kahlen Geäst,
spielte mit Wolken
und letztem Blattwerk,
zog fort.


(c) Annette Gonserowski


Dies Gedicht ist ein Teil eines Dialog-Gedichtes, das ich mit Gerhard Rombach schrieb.
Das komplette Gedicht steht irgendwo bei den Herbstgedichten der vergangenen Jahre in diesem Blog. Viel Freude beim Suchen.

28. Oktober 2008

Augenblick im Herbst



Irgendwo in dem Bunten ....

27. Oktober 2008


Herbst

Manchmal
wünscht Du Dir eine Hand,
die Dein Herz wärmt,
wenn die Herbstkälte es befällt.

Manchmal
wünscht Du Dir eine Hand,
die Dein Herz hält,
wenn es mit den Blättern zu fallen droht.

Manchmal jedoch
freust Du Dich,
dass Du frei
mit den Herbstwinden stürmen kannst.

(c) Annette Gonserowski


Dieses Gedicht von ca. 1983 las ich u.a.